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Symbolbild, KI-generiert

IBM Aktie: Analysten senken Ziele

Mehrere Analysten reduzieren ihre Kursziele für IBM, da KI-Tools die profitablen Mainframe-Services bedrohen. Trotz solider Quartalszahlen und Fortschritten im Quantencomputing bleibt die Bewertung gespalten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KI-Automatisierung bedroht profitables Mainframe-Geschäft
  • Mehrere Analysten senken Kursziele deutlich
  • Solide Quartalszahlen und starker freier Cashflow
  • Quantencomputer-Fortschritt ohne kurzfristige Marktwirkung

IBMs Aktie steht unter erheblichem Druck. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele in den vergangenen Wochen deutlich gesenkt — und die Begründungen dahinter treffen einen empfindlichen Punkt: das Kerngeschäft mit Mainframe-Services und Consulting.

KI als Bedrohung für das Beratungsgeschäft

Der strukturelle Kern des Problems liegt in der Automatisierung von Legacy-Code-Wartung durch KI-Tools. Anthropics „Claude Code“ etwa kann COBOL-Modernisierung übernehmen — eine Aufgabe, die IBM traditionell hohe Margen beschert hat. Rund 29 Prozent der Softwareumsätze hängen am Mainframe-Ökosystem. Wenn KI diese Arbeit zunehmend übernimmt, gerät ein profitabler Pfeiler des Geschäftsmodells ins Wanken.

Die Analysten reagieren entsprechend. BMO Capital senkte das Kursziel von 350 auf 290 US-Dollar, JP Morgan von 317 auf 283 Dollar. Morgan Stanley reduzierte sein Ziel auf 247 Dollar. Alle drei behalten neutrale Ratings bei — sehen also weder klaren Kauf- noch Verkaufsgrund, aber eben auch weniger Potenzial als zuvor.

Gegenwind kommt auch von der 11-Milliarden-Dollar-Übernahme von Confluent, die im März abgeschlossen wurde. Für 2026 rechnet IBM mit einer Verwässerung von rund 600 Millionen Dollar — ein Belastungsfaktor, den der Markt einpreist.

Quantencomputer und solide Fundamentaldaten

Auf der anderen Seite stehen bemerkenswerte technologische Fortschritte. IBM meldete am Donnerstag, dass sein Quantencomputer magnetische Materialien präzise simulieren konnte — ein wissenschaftlicher Meilenstein, der in Zusammenarbeit mit dem Oak Ridge National Laboratory und der Purdue University erzielt wurde. Die Marktreaktion blieb verhalten. Kommerzielle Anwendungen sind noch Jahre entfernt.

Fundamentaldaten liefern IBM hingegen eine solide Basis. Das Q4 2025 übertraf die Erwartungen: Beim Ergebnis je Aktie lagen 4,52 Dollar über den erwarteten 4,33 Dollar, der Umsatz stieg um 12,2 Prozent auf 19,69 Milliarden Dollar. Für 2026 erwartet das Management einen freien Cashflow von rund 15,7 Milliarden Dollar.

Gespaltenes Bild unter Analysten

Die Bandbreite der Kursziele — von 236 Dollar (UBS) bis 340 Dollar (Wedbush) — spiegelt wider, wie unterschiedlich Investoren IBMs Transformation bewerten. Von 21 Analysten empfehlen 11 den Kauf, 8 halten und 2 raten zum Verkauf.

Bullische Argumente stützen sich auf den 32-Milliarden-Dollar-Auftragsbestand im Consulting-Bereich, von dem inzwischen mehr als 25 Prozent direkt mit generativer KI-Implementierung verbunden sind. IBM versucht also, den KI-Trend nicht nur abzufedern, sondern aktiv zu nutzen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 16 Prozent verloren — ob der Kursrückgang eine Übertreibung war oder die strukturellen Risiken realistisch einpreist, darüber streiten sich die Analysten noch bis weit ins zweite Quartal 2026.

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