Iberdrola steht heute im Zeichen zweier sich überlagernder Geschichten: Der Handel erfolgt ex-Dividende, und zeitgleich feiert der Konzern einen bedeutenden Infrastrukturmeilenstein in Brasilien. Kann das frühzeitige Fertigstellen großer Projekte und die Portfolioanpassung in Lateinamerika der Aktie neuen Rückenwind geben? Im Folgenden die Hintergründe und was das konkret bedeutet.
Dividendeneffekt und Kurslage
Iberdrola notiert heute ex-Dividende; Käufer ab diesem Datum erhalten die nun angekündigte Zwischendividende nicht mehr. Das Unternehmen hat eine Zwischenzahlung von 0,253 EUR je Aktie beschlossen, zahlbar am 2. Februar 2026 — leicht über der zuvor angegebenen Mindesthöhe von 0,25 EUR. Der heutige Kursrückgang ist damit weitgehend erklärbar: die Aktie liegt bei 18,56 EUR (-1,90%), was einer normalen ex-Dividenden-Anpassung entspricht.
Parallel dazu signalisiert die starke Marktkapitalisierung zu Jahresbeginn Vertrauen: Iberdrola erreichte rund 125 Mrd. EUR und verbuchte 2025 ein Kapitalwachstum von nahezu 40%. Das unterstreicht, dass Investoren die langfristige Strategie des Utilities weiterhin honorieren.
Alto Paranaíba: Meilenstein in Brasilien
Der wichtigste operative Impuls kommt aus Brasilien. Über Neoenergia hat Iberdrola das Alto Paranaíba-Projekt vollständig in Betrieb genommen — die bislang größte Übertragungsleitung des Konzerns in Brasilien. Wichtige Eckdaten:
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- 1.600 Kilometer Leitung mit sechs Umspannwerken und 3.250 Masten
- Investitionsvolumen: BRL 4,2 Milliarden (rund 782 Mio. USD)
- Fertigstellung mehr als 15 Monate vor dem Zeitplan der ANEEL
Die frühere Fertigstellung erhöht die Übertragungskapazität zwischen dem Norden Minas Gerais‘ und São Paulo und schafft Infrastruktur, die die Integration erneuerbarer Erzeugung in den Innenregionen erleichtert. Effiziente Projektabwicklung stärkt zudem die operative Glaubwürdigkeit von Neoenergia.
Portfoliooptimierung und strategische Schritte
Neben dem Großprojekt passt Iberdrola seine Präsenz in Brasilien aktiv an: Die EU-Kommission hat ein Joint Venture zwischen EDF und den brasilianischen Einheiten genehmigt, und Neoenergia verkauft 50% seines Itabapoana-Übertragungsassets an den singapurischen Staatsfonds GIC für R$127,5 Millionen. Solche Transaktionen dienen offenbar der Realisierung von Wert und der Fokussierung auf Kernprojekte. Zudem plant Iberdrola, bis 2028 insgesamt 7 Mrd. EUR in Brasilien von einem globalen Investitionsrahmen von 58 Mrd. EUR zu investieren.
Schlussfolgerung: Der heutige Kursabschlag ist vorwiegend technisch bedingt durch die Ex-Dividendenstellung. Die längerfristige Bedeutung liegt bei der Umsetzung in Brasilien und der Fähigkeit, Projekte effizient zu realisieren sowie Kapital aus Portfolioanpassungen zu heben. Gelingt beides, spricht das für eine nachhaltige Stütze der Aktie; kommt es zu Verzögerungen oder geringerer Monetarisierung, würde sich das positiv dargestellte Momentum abschwächen.
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