Wegen neuer Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudi-arabische Regierungs- und Ölziele steuert Rohöl auf den dritten Wochengewinn in Folge zu. An den Handelsplätzen nehmen die Sorgen vor empfindlichen Lieferausfällen im Nahen Osten spürbar zu. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Freitag um 0,66 Prozent auf 113,92 Dollar je Barrel.
Angriffe auf Infrastruktur und Konzernzentrale
Die vom Iran unterstützten Huthi meldeten einen direkten Treffer auf das saudi-arabische Verteidigungsministerium in Riad. Parallel dazu nahmen die Rebellen mit Drohnen und Raketen die Flughäfen in Dammam und Abha ins Visier. Auch Anlagen des weltgrößten Rohölexporteurs Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer gerieten unter Beschuss.
Die Eskalation zeigte umgehend Konsequenzen vor Ort: Saudi Aramco ordnete am Donnerstag die Evakuierung seiner Konzernzentrale in Dhahran am Persischen Golf an.
Furcht vor Engpässen an den Seewegen
Die Kämpfe gefährden zunehmend die Transportwege rund um das Nadelöhr Bab el-Mandeb am Roten Meer sowie die Straße von Hormus. Brent-Öl verteuerte sich seit Jahresbeginn bereits um mehr als 85 Prozent. Besonders Produkte wie Diesel verzeichnen noch stärkere Preisaufschläge.
Marktbeobachter verweisen darauf, dass die jüngsten geopolitischen Spannungen die Rohölpreise über die gesamte Terminkurve stützen. Händler stellen sich darauf ein, dass die Notierungen länger auf hohem Niveau verharren dürften. Die Lage am Weltmarkt wird zusätzlich durch regionale Störungen verengt: In Libyen drosselt die Schließung eines Pipeline-Ventils die Produktion auf den Ölfeldern Hamada und Tahara.
Politische Weichenstellungen stehen Anfang November an. In den Vereinigten Staaten finden die Zwischenwahlen statt, nach denen Beobachter mit neuen Militäraktionen gegen den Iran rechnen. Anfang November könnten indes auch diplomatische Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine wieder aufgenommen werden.
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