Die Aktie von HubSpot zeigt sich am heutigen Freitag im vorbörslichen Handel mit einem Plus von 2,92 % bei 176,00 € zwar leicht erholt, doch die Stimmung bleibt nach den jüngsten Geschäftszahlen angespannt. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier bereits ein Minus von 47,91 %. Auslöser für den jüngsten Kursrutsch war am Mittwoch die Veröffentlichung der Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026, die zwar beim Umsatz die Erwartungen übertrafen, aber von einer enttäuschenden Prognose für das Gesamtjahr überschattet wurden.
Schwache Prognose belastet den Ausblick
Obwohl HubSpot im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 20 % auf berichteter Basis und einen Gewinn pro Aktie (GAAP) von 0,86 US-Dollar auswies, blickt das Management vorsichtiger auf die kommenden Monate. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 wurde auf 3,678 bis 3,686 Milliarden US-Dollar gesenkt. Medienberichten zufolge reagierte der Markt am Mittwoch mit dem stärksten Kursrückgang innerhalb eines Tages in der zwölfjährigen Geschichte des Unternehmens.
Hintergrund der gedämpften Erwartungen ist ein verändertes Nachfrageumfeld. Das Unternehmen berichtet von einer erhöhten Budget-Sensibilität bei den Kunden, was zu längeren Verkaufszyklen und aufwendigeren Genehmigungsprozessen führt. Für das dritte Quartal rechnet HubSpot mit einem Umsatz zwischen 924 und 925 Millionen US-Dollar, was einer Verlangsamung des Wachstums auf 14 % entsprechen würde.
Analysten reagieren mit Herabstufungen
Die Reaktion der Analystenhäuser ließ nicht lange auf sich warten. Gestern stuften mehrere Experten die Aktie herab. Bernstein-Analyst Firoz Valliji senkte sein Rating von „Outperform“ auf „Market-Perform“ und reduzierte das Kursziel deutlich von 381 auf 220 US-Dollar. Er begründete diesen Schritt damit, dass die Erwartungen an das Wachstum infolge geänderter Vertriebs- und Preisstrategien gelitten hätten und eine Erholung Zeit in Anspruch nehmen dürfte.
Auch Piper-Sandler-Analyst Billy Fitzsimmons stufte die Aktie gestern von „Overweight“ auf „Neutral“ zurück. Sein neues Kursziel liegt bei 220 US-Dollar. Fitzsimmons verwies auf die schwächeren Prognosen und die Unsicherheit bezüglich der AI-Nutzung. Die Zahl der Netto-Neukunden lag im abgelaufenen Quartal bei 7.000, was deutlich unter der ursprünglichen Erwartung von 9.000 bis 10.000 lag. Für die kommenden Quartale rechnet das Unternehmen nur noch mit etwa 5.000 bis 6.000 neuen Kunden.
Hoffnung auf KI-Agenten und Aktienrückkäufe
Trotz der operativen Hürden setzt HubSpot verstärkt auf technologische Innovationen und Kapitalmaßnahmen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Das Unternehmen treibt die Einführung von KI-Agenten voran, wobei der „Data Agent“ bereits von über 16.000 Kunden genutzt wird. Zudem wurde Jerry Dischler, ein langjähriger Google-Experte für KI-Anwendungen, mit Wirkung vom Mittwoch in den Vorstand berufen, um die Entwicklung in diesem Bereich zu forcieren.
Parallel dazu hat das Board von HubSpot am Montag ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1,0 Milliarde US-Dollar autorisiert, das über einen Zeitraum von 24 Monaten laufen soll. Bereits im vergangenen Quartal wurden Anteile im Wert von über 531 Millionen US-Dollar zurückgekauft. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die langfristigen Wachstumszweifel zu zerstreuen, dürfte sich am 17. September zeigen, wenn das Unternehmen seinen Analystentag in Boston abhält.
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