HP gerät heute nach Intels Warnung vor einer anhaltenden PC-Flaute unter Verkaufsdruck. Die zentrale Belastung: Eine schnelle Nachfrageerholung erscheint angesichts knapper Speicherkomponenten und höherer Preise unwahrscheinlich. Intel rechnet mindestens bis zum ersten Halbjahr 2027 mit einem schwachen Markt. Für HP trifft dieser Ausblick auf bereits deutlich rückläufige Auslieferungen.
Intel verschiebt die Erholungsperspektive
Intel-CEO Lip-Bu Tan erklärte gestern, die Marktkorrektur habe sich in den vergangenen zwei Monaten beschleunigt. Eine Erholung hänge davon ab, dass sich Speicherverfügbarkeit und Speicherpreise normalisieren. Damit beschreibt Intel nicht nur eine schwache Nachfrage, sondern zugleich Angebotsprobleme, die das PC-Geschäft belasten.
Für 2026 erwartet Intel einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 12%. Im folgenden Jahr sollen sie nochmals um 10% sinken.
Für HP bedeutet diese Einschätzung vor allem eines: Der Druck könnte länger anhalten als nur über das laufende Jahresende hinaus. Speicherknappheit und höhere Komponentenpreise erschweren eine Erholung, während begrenzte IT-Budgets die Nachfrage zusätzlich belasten. Medienberichten zufolge bauen PC-Hersteller zugleich Lagerbestände ab.
Die Aktie verliert heute -6,4%. Der Abschlag begleitet damit eine Warnung aus der Branche und keine neue Ergebnisveröffentlichung von HP.
HP trifft die Schwäche besonders stark
Wie empfindlich HP auf den Abschwung reagiert, zeigen vorläufige Counterpoint-Daten vom 23. Oktober. Im dritten Quartal 2026 gingen die PC-Auslieferungen des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr um 31% zurück.
HP verzeichnete damit den stärksten Rückgang unter den sechs größten Herstellern. Das Unternehmen blieb dennoch auf dem zweiten Rang des weltweiten PC-Markts. Seine Marktposition verhindert also bislang keinen besonders ausgeprägten Absatzrückgang.
Counterpoint beziffert HPs Auslieferungen auf 10,3 Millionen Geräte und den Marktanteil auf 18,1%. Weltweit sanken die PC-Auslieferungen im selben Quartal um 21%.
Die Schwäche lässt sich damit nicht allein durch den allgemeinen Marktrückgang erklären: HPs Auslieferungen fielen deutlich stärker. Aus diesen Stückzahlen lässt sich allerdings keine konkrete Entwicklung von Umsatz oder Gewinn ableiten.
Unterschiedliche Prognosen, gleiche Belastungsrichtung
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Counterpoint einen weltweiten Auslieferungsrückgang um 27%. Für das Folgejahr rechnet das Analysehaus mit stagnierenden Stückzahlen und ist damit weniger pessimistisch als Intel.
Eine kräftige Erholung stellt jedoch keiner der beiden Ausblicke in Aussicht. Für HP-Anleger liegt darin die entscheidende Botschaft: Nicht nur die jüngsten Absatzverluste belasten die Perspektive. Auch die Aussicht auf eine längere Durststrecke spricht gegen die Erwartung einer raschen Normalisierung. Entscheidend wird, ob sich die Komponentenversorgung entspannt und HP seinen überdurchschnittlichen Auslieferungsrückgang begrenzen kann.
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