Hormel Foods setzt im zähen Umfeld der Konsumgüterbranche auf ein vertrautes Mittel: mehr Produktbreite im margenstarken Kühlregal. Über die Tochter Applegate bringt der Konzern sieben neue proteinbetonte Artikel an den Start, darunter gerupfte Hähnchenbrust, geräuchten Schinken und Rinderbacon ohne Nitritpökelsalz.
Die neuen Produkte sollen in diesem Monat bei großen US-Händlern wie Whole Foods, Sprouts und Publix auftauchen. Der Fokus liegt klar auf Premium-, Deli- und Frühstücksprodukten, also auf Segmenten, in denen Bequemlichkeit und Proteingehalt besonders gut verkauft werden.
Wachstum über das Sortiment
Für Hormel ist das mehr als nur ein Marken-Update. Der Konzern will damit seine Position in den Bereichen Deli und gekühltes Fleisch stärken und auf die anhaltende Nachfrage nach proteinreichen Convenience-Produkten reagieren. Das passt zu einem Markt, in dem viele Käufer weniger auf den reinen Preis und stärker auf Nährwerte und Alltagstauglichkeit achten.
Auch operativ kommt der Schritt nicht aus dem luftleeren Raum. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Hormel einen Umsatz von 2,97 Milliarden Dollar. Das lag 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Vorstand hält an der Jahresprognose fest und erwartet weiter Erlöse von 12,35 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,47 Dollar.
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Aktie sucht Richtung
An der Börse bleibt das Bild gemischt. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 19,88 Euro und notiert aktuell bei 20,04 Euro. Auf 30 Tage gerechnet steht ein Plus von 11,99 Prozent zu Buche, über zwölf Monate bleibt allerdings ein Minus von 25,47 Prozent.
Technisch liegt der Titel fast exakt auf seiner 200-Tage-Linie von 19,98 Euro. Der RSI von 66,1 signalisiert bereits eine recht sportliche Verfassung. Das spricht für eine Erholung, aber noch nicht für einen klaren Trendwechsel.
Hormel versucht nun, die eigene Wachstumsstory über das Sortiment neu zu schärfen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Applegate-Produkte im Handel schnell genug ziehen, um den Ausblick zu stützen und die schwache Jahresbilanz an der Börse Schritt für Schritt zu drehen.
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