Honeywell Technologies hat am heutigen Montag den Verkauf seines Geschäftsbereichs Warehouse and Workflow Solutions (WWS) an die Beteiligungsgesellschaft American Industrial Partners (AIP) erfolgreich abgeschlossen. Die Transaktion wurde nach Unternehmensangaben als reiner Barkauf abgewickelt. Mit diesem Schritt setzt der US-Industriekonzern seine Strategie fort, sich von Randbereichen zu trennen und die operative Ausrichtung auf das Feld der industriellen Automatisierung zu forcieren.
Die veräußerte Sparte umfasst insbesondere die Marken Intelligrated und Transnorm. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete dieser Bereich einen Umsatz von rund 935 Millionen US-Dollar. Mit mehr als 3.300 Mitarbeitern soll das Geschäft nun in eine neue Automatisierungsplattform des Käufers AIP integriert werden. Honeywell hatte Intelligrated im Jahr 2016 und Transnorm im Jahr 2018 übernommen, um seine Präsenz im Bereich der Lagerlogistik auszubauen.
Fokus auf reine Automatisierung
CEO Vimal Kapur erklärte zum Abschluss der Transaktion, dass der Verkauf den Fokus des Unternehmens auf die reine Automatisierung schärfe. Honeywell befindet sich derzeit in einer Phase des massiven Portfolioumbaus. Erst am 29. Juni wurde die Abspaltung der Luftfahrtsparte Aerospace Technologies vollzogen, die seither als eigenständiges Unternehmen unter dem Kürzel HONA gelistet ist. Bereits im Oktober 2025 trennte sich der Konzern zudem von seinem Bereich für Spezialmaterialien, der nun als Solstice Advanced Materials firmiert.
Dieser Umbau ist Teil einer weitreichenden Neuausrichtung. Während sich Honeywell von bestimmten Hardware- und Servicebereichen trennt, hat das Unternehmen seit dem Jahr 2023 rund 11,5 Milliarden US-Dollar in strategische Akquisitionen investiert. Ziel dieser Investitionswelle ist eine Konzentration auf die Segmente Gebäudeautomatisierung, industrielle Automatisierung sowie die Optimierung von Produktionsprozessen.
Stabiles Quartalsergebnis und weitere Desinvestitionen
Trotz der laufenden Umstrukturierungen zeigt sich das operative Geschäft des Konzerns stabil. Für das zweite Quartal meldete Honeywell einen Gewinn von 985 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Quartalsumsatz erreichte ein Niveau von 5,2 Milliarden US-Dollar. Laut Kapur wird das Wachstum derzeit maßgeblich durch die hohe weltweite Nachfrage nach Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz getrieben.
Die Bereinigung des Portfolios steht unterdessen kurz vor dem nächsten Meilenstein. Für Anfang August wird der Abschluss des Verkaufs des Bereichs Productivity Solutions an die Brady Corporation erwartet. An der Börse löste die Vollzugsmeldung der WWS-Veräußerung am Montag zunächst eine verhaltene Reaktion aus. Im vorbörslichen US-Handel notierte das Papier Medienberichten zufolge etwas leichter, da Anleger vor allem die Auswirkungen der Portfolio-Bereinigung auf die künftige Umsatzbasis bewerten.
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