Honeywell lieferte ein solides drittes Quartal und zeigt zugleich, wie weitreichend die laufende Konzernrestrukturierung die Wahrnehmung des Titels prägt. Solide operative Zahlen treffen auf eine reduzierte Jahresprognose — und auf mehrere strategische Schritte, die bei Investoren Wertpotenzial freisetzen könnten. Am 29. Januar steht die entscheidende Investorensitzung an, in der Q4‑Zahlen und der Ausblick für 2026 Klarheit bringen sollen.
Starke Zahlen, angepasste Prognose
Honeywell meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS) von 2,82 USD für Q3 und übertraf damit den Konsens um 0,25 USD. Der Umsatz stieg auf 10,41 Milliarden USD und lag leicht über den Erwartungen, was eine Jahres‑zuwachsrate von 7,0 % bedeutete. Diese Ergebnisse untermauern die operative Widerstandsfähigkeit des Konzerns.
Gleichzeitig hat Honeywell im Dezember die Jahresprognose für 2025 nach unten korrigiert: Die neue EPS‑Spanne liegt bei 9,70–9,80 USD, zuvor wurden 10,60–10,70 USD erwartet. Für Q4 2025 wurde die EPS‑Spanne auf 2,48–2,58 USD angepasst. Der Grund: die Abspaltung von Solstice Advanced Materials und die Umklassifizierung des Advanced Materials‑Geschäfts als „discontinued operations“ ab Q4 2025. Diese strukturellen Änderungen beeinflussen kurzfristig das ausgewiesene Ergebnis, sollen mittelfristig aber die Bilanz und Margen klarer darstellen.
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 219,39 USD — ein 52‑Wochen‑Hoch; der RSI (14 Tage) notiert bei 81,6 und deutet kurzfristig auf Überhitzung hin.
Wachstumstreiber: KI, Energieinfrastruktur, Quantum
Honeywell treibt gezielt Investitionen in digitale und energiebezogene Lösungen voran. Im Januar kündigte das Unternehmen gemeinsam mit Google Cloud und 66degrees eine AI‑gestützte Smart‑Shopping‑Plattform an, die auf Gemini und Vertex AI setzt und ab Februar 2026 Kunden zugänglich gemacht werden soll. Das ist ein klarer Vorstoß in den KI‑gestützten Retailmarkt.
Parallel baut Honeywell sein Geschäft im LNG‑Bereich aus: Ein Vertrag mit Technip Energies sieht die Lieferung von Vorbehandlungs‑ und Verflüssigungslösungen für das Commonwealth LNG‑Projekt in Louisiana vor, gestützt durch eigene Wärmetauscher‑ und Pretreatment‑Technologien. Beide Felder liefern höherwertige, margenstärkere Umsätze als traditionelle Geschäftsteile.
Ein weiterer potenzieller Werttreiber ist die geplante Börsennotierung der Mehrheitsbeteiligung an Quantinuum, dem Quantum‑Computing‑Zweig. Eine vertrauliche Einreichung einer Registrierungsunterlage soll erfolgen; Analystenschätzungen bewerten Honeywells Anteil mit mehr als 5 Milliarden USD — eine Maßnahme, die den Konglomeratsabschlag verringern und die berichteten Margen verbessern könnte. Zudem ist eine Dreiteilung des Konzerns vorgesehen, mit der Abspaltung des Aerospace‑Teils in der zweiten Hälfte 2026.
Analysten, Institutionelle Anleger, Ausblick
Institutionelle Investoren passen ihre Positionen an; einige Fonds weiteten ihre Beteiligung deutlich aus, während andere reduzierte Bestände meldeten. Hedgefonds und institutionelle Anleger halten derzeit rund 75,91 % der Aktien.
Bei den Analysten gab es jüngst ein Upgrade von JPMorgan auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 255 USD (vorher 218 USD). Royal Bank of Canada senkte leicht ihr Kursziel, beließ die Einstufung aber auf „Outperform“. Von 24 Analysten empfehlen 10 „Strong Buy“, 1 „Moderate Buy“, 12 „Hold“ und 1 „Moderate Sell“. Die Range der durchschnittlichen Kursziele liegt laut Berichten rund zwischen 234,59 und 242,58 USD. Zacks Research hat hingegen kurzfristige und FY2027‑EPS‑Schätzungen gesenkt und weist dem Titel ein Rank #4 (Sell) zu (Stand: 14. Januar 2026).
Kurzfristig werden die Q4‑Zahlen und der vollständige Ausblick für 2026 am 29. Januar entscheidend sein: Bestätigen die Ergebnisse die operative Stärke und liefern klare Zeitpläne bzw. Bewertungsindikationen für Quantinuum und die geplanten Abspaltungen, könnte das den Abschlag auf die Bewertung verringern; bleiben Fragen offen, dürfte die Bewertung weiter schwankungsanfällig bleiben.
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