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Hochtief Aktie: Rekordbücher, höheres Gewinnziel

Hochtief übertrifft Erwartungen mit starkem Quartalsergebnis und erhöhtem Gewinnziel. Der Auftragsbestand erreicht einen neuen Höchststand.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzwachstum von 13,6 Prozent
  • Gewinnziel um 75 Millionen Euro erhöht
  • Auftragsbestand auf Rekordniveau
  • Aktie trotz positiver Nachrichten schwächer

Rechenzentren, Verteidigung, Energie – der Baukonzern Hochtief reitet weiter auf der Welle der digitalen Infrastruktur. Die Essener haben am Montag Halbjahreszahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen, und gleichzeitig das Gewinnziel für 2026 angehoben. Die Aktie reagierte darauf zunächst verhalten – ein Kontrast, der einen genaueren Blick lohnt.

Auftragsbücher auf Rekordniveau

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 13,6 Prozent auf gut 10,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzerngewinn legte sogar um 40 Prozent auf 263,2 Millionen Euro zu – mehr, als Analysten im Vorfeld kalkuliert hatten. Unter dem Strich blieben inklusive Sondereffekten 257,6 Millionen Euro hängen, fast die Hälfte mehr als im Vorjahresquartal.

Noch aussagekräftiger ist der Blick auf die Order-Pipeline. Der Auftragseingang wuchs im zweiten Quartal um fast ein Viertel auf 16,3 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni mit knapp 84,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Zu den jüngsten Großprojekten zählen Rechenzentren für Meta in Kanada und den USA, ein Data-Center-Auftrag für NTT Global in Berlin sowie eine Beteiligung am SMR-Kernkraftprogramm von Rolls-Royce.

Auf Halbjahressicht summierte sich der Umsatz auf 20,1 Milliarden Euro, ein Plus von 9,6 Prozent. Das operative Nettoergebnis stieg auf 479,7 Millionen Euro nach 354,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, das bereinigte EBITDA legte um 18,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.

Prognose angehoben, Kurs bleibt skeptisch

Vor diesem Hintergrund erhöhte Hochtief das Gewinnziel für das laufende Jahr. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten Nettogewinn zwischen 1,025 und 1,1 Milliarden Euro – jeweils 75 Millionen Euro mehr als in der bisherigen Planung. Im vergangenen Jahr war der bereinigte Gewinn bereits um 26,3 Prozent auf 789,3 Millionen Euro gestiegen.

Unternehmenschef Juan Santamaría Cases, der zugleich die spanische Mutter ACS leitet, sieht Hochtief in Wachstumsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Verteidigung gut positioniert. Tech-Konzerne stecken angesichts wachsender Datenmengen viel Kapital in den Ausbau von Rechenleistung, Regierungen weltweit haben ihre Verteidigungsbudgets deutlich erhöht.

Die Aktie honorierte die Nachrichten zunächst nicht – zuletzt notierte sie rund 1,2 Prozent im Minus bei 442 Euro. Der Kurs hat damit seit seinem Allzeithoch von 554 Euro Mitte Mai bereits 18 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast einem Drittel zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Aktienwert mehr als verdoppelt.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 32 für 2026 ist die Bewertung ambitioniert, für 2027 dürfte es noch bei etwa 25 liegen. Charttechnisch gilt der gleitende 200-Tage-Durchschnitt knapp unter der 400-Euro-Marke als wichtige Unterstützung, sollte sich das Wachstumstempo einmal abschwächen.

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Diskussion zu Hochtief

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.