Hims & Hers hat einen Rechtsstreit mit Novo Nordisk beigelegt – und damit gleichzeitig sein Geschäftsmodell im Bereich Gewichtsreduktion neu ausgerichtet. Die Aktie legte in der vergangenen Woche rund 57% zu und schloss am Freitag bei 24,77 US-Dollar. Der Deal markiert einen klaren Einschnitt: weg vom eigenständigen Anbieter von Kompoundpräparaten, hin zum autorisierten Vertriebspartner eines Pharmakonzerns.
Der Deal mit Novo Nordisk
Kern der Einigung ist ein gegenseitiges Nachgeben: Novo Nordisk zieht seine Patentklage gegen Hims & Hers zurück, das Telemedizin-Unternehmen stellt im Gegenzug den Verkauf eigener Kompoundversionen von GLP-1-Medikamenten ein. Künftig vertreibt Hims & Hers stattdessen die FDA-zugelassenen Markenprodukte Ozempic und Wegovy direkt an Kunden.
Das hat einen Preis: Die Margen dürften sinken, da das Unternehmen nun als Wiederverkäufer agiert statt eigene Produkte zu vermarkten. Analysten sehen darin jedoch einen strategischen Gewinn – geringere Rechtsrisiken, besserer Zugang zu Versicherungsleistungen und mehr Vertrauen bei Verbrauchern.
Wachstum und Expansion
Parallel dazu treibt Hims & Hers seine internationale Expansion voran. Mit der Übernahme des australischen Telemedizin-Anbieters Eucalyptus erschließt das Unternehmen die Märkte in Australien und Japan. Das internationale Geschäft wuchs 2025 um 400% auf 134 Millionen US-Dollar – von einer kleinen Basis aus, aber mit beachtlichem Tempo.
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Die Abonnentenbasis überstieg Ende 2025 die Marke von 2,5 Millionen aktiven Nutzern, mehr als 65% davon in personalisierten Behandlungsplänen. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden US-Dollar – nach 2,35 Milliarden im Vorjahr, was einem Plus von 59% entspricht.
Analysten und Investoren
Die Reaktion der Finanzwelt fällt positiv aus. Needham hob das Kursziel auf 30 US-Dollar an, Citi auf 24 US-Dollar. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt aktuell bei 30,65 US-Dollar. Die Clear Street Group erwarb kürzlich für rund 87 Millionen US-Dollar eine Beteiligung von 0,68%. Zusätzlich hat das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 250 Millionen US-Dollar genehmigt.
Trotz des jüngsten Kursanstiegs notiert die Aktie noch rund 54% unter ihrem Sechsmonatshoch – ein Hinweis darauf, wie tief der vorangegangene Einbruch war. Die Kundenakquisitionskosten lagen 2024 bei 929 US-Dollar pro Nutzer, was die Profitabilität weiterhin belastet. Ob das neue Vertriebsmodell mit Novo Nordisk diese Kosten mittelfristig senken kann, wird sich in den Quartalszahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen.
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