Hims & Hers stellt Anleger derzeit vor eine klare Abwägung: Kurzfristig wirkt der Kurs technisch stabiler, fundamental bremsen jedoch skeptische Analystenstimmen und hohe Investitionspläne. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das angekündigte „Investitionsjahr“ 2026 die Margen nur vorübergehend belastet oder die Bewertung länger unter Druck hält. Genau hier verläuft aktuell die Trennlinie zwischen Optimisten und Vorsichtigen.
Analysten-Skepsis trifft technische Erholung
Den Ton auf der fundamentalen Seite gibt Bank of America Securities vor. Analyst Allen Lutz hat sein „Underperform“-Rating bestätigt und rechnet damit, dass 2026 stark von hohen Investitionen geprägt sein wird. Vor allem die erwarteten Ausgaben für Infrastruktur und Produktentwicklung könnten die Margen einengen – just zu dem Zeitpunkt, an dem viele Investoren auf deutlich steigende Profitabilität setzen.
Technisch zeichnet sich dagegen ein robusteres Bild. Die Aktie steht aktuell bei 33,87 US‑Dollar und notiert damit über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 32,54 US‑Dollar. Das signalisiert eine gewisse kurzfristige Trendstabilisierung nach vorherigen Schwächephasen. Gleichzeitig bleibt der Titel aber klar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 40,64 US‑Dollar – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Abwärtstrend noch nicht nachhaltig gedreht ist.
Ein Blick auf die längere Historie verdeutlicht diese Zerrissenheit: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Performance mit rund +35 % deutlich im Plus, vom 52‑Wochen-Hoch bei 66,06 US‑Dollar ist die Aktie jedoch fast 50 % entfernt.
Insiderverkauf und hohe Investitionen
Für zusätzliche Diskussionspunkte sorgte ein jüngster Insiderverkauf. Finanzchef Oluyemi Okupe hat am 5. Januar 9.070 Aktien der Klasse A veräußert, im Schnitt zu etwa 33,79 US‑Dollar. Solche Transaktionen laufen häufig über vorab festgelegte Handelspläne, doch der zeitliche Zusammenhang mit der kommunizierten Investitionsoffensive stößt vor allem bei Privatanlegern auf besonderes Interesse.
Operativ schaltet das Unternehmen derweil klar auf Ausbaumodus. Im Fokus stehen:
- die „Labs“-Initiative rund um Biomarker,
- KI-gestützte Versorgungssysteme,
- der weitere Ausbau der Plattforminfrastruktur.
Diese Projekte untermauern die Einschätzung von Bank of America, dass 2026 ein ausgeprägtes Investitionsjahr wird. Management setzt damit erkennbar auf die Stärkung des geschäftlichen „Burggrabens“ im Telemedizin-Markt – zulasten einer kurzfristigen Margenmaximierung.
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Wachstumspfad mit Kostenrisiken
Die aktuelle Phase ist auch eine Folge des Reifeprozesses im Digital-Health-Sektor. In den ersten Jahren nach dem Börsengang spielte vor allem das Umsatzwachstum die Hauptrolle bei der Bewertung. Inzwischen verlangen Investoren aber einen klaren Weg zu mehr operativer Hebelwirkung.
Hims & Hers adressiert neue Erlösmöglichkeiten, etwa durch die Expansion nach Großbritannien und Kanada oder durch personalisierte Lösungen im Bereich Gewichtsmanagement. Diese Schritte eröffnen zusätzliche Umsatzquellen, bringen jedoch spürbare Zusatzkosten mit sich – unter anderem bei Marketing, Regulatorik und Logistik.
Damit prallen zwei Interpretationen aufeinander:
- BofA-Sicht: Fokus auf die steigenden Betriebsaufwendungen und Margenrisiken.
- Technische Sicht: Betonung der jüngsten Kurserholung nach vorangegangener Schwäche und der Produktdynamik.
Dieses Spannungsfeld erklärt, warum die Stimmung trotz solider Kursstabilisierung alles andere als eindeutig ist.
Entscheidende Marken und nächster Prüfstein
Kurzfristig richtet sich der Blick vieler Trader auf die Zone um den 50‑Tage-Durchschnitt. Solange die Aktie oberhalb von rund 32,5 US‑Dollar bleibt, stützt das die Erholungserzählung; ein Rutsch darunter könnte die von pessimistischen Stimmen genannten tieferen Kursziele wieder in den Vordergrund rücken. Auf der Oberseite wäre eine Stabilisierung über 34 US‑Dollar ein erster Schritt, um sich an die durch den 200‑Tage-Durchschnitt markierten Widerstände heranzutasten.
Für mittelfristig orientierte Anleger wird die nächste Quartalszahlenvorlage zum zentralen Test. Dann muss das Management zeigen, ob die erhöhten Ausgaben bereits in Kennzahlen wie Kundenbindung und Customer Lifetime Value sichtbar werden. Gelingt dieser Nachweis, könnte das die skeptische Fundamentalthese deutlich schwächen und der Aktie neuen Rückenwind verschaffen.
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