Der erbitterte Rechtsstreit um begehrte Abnehmspritzen ist beendet. Statt sich vor Gericht zu bekämpfen, machen Hims & Hers und der Pharmagigant Novo Nordisk nun gemeinsame Sache. Doch wie gelingt dem Telemedizin-Anbieter der plötzliche Wechsel vom rebellischen Herausforderer zum etablierten Partner?
Vom Gerichtssaal zur Partnerschaft
Noch im Februar hatte Novo Nordisk gegen die Gesundheitsplattform geklagt. Der Vorwurf lautete, das Unternehmen verkaufe illegal nachgemachte Versionen der beliebten Abnehm-Medikamente unter dem Deckmantel der Personalisierung. Nun wurde die Klage ohne Präjudiz fallen gelassen. Im Gegenzug nimmt Hims & Hers noch in diesem Monat die originalen Präparate Ozempic und Wegovy in sein Sortiment auf.
Gleichzeitig stellt der Anbieter die Vermarktung seiner günstigeren, selbst gemischten Alternativen ein. Dieser Schritt erfolgte auch auf zunehmenden Druck der US-Gesundheitsbehörde FDA, die zuletzt verstärkt gegen Hersteller von Nachahmerprodukten im Bereich der Gewichtsreduktion vorging. Bestandskunden sollen nun schrittweise auf die offiziell zugelassenen Medikamente umgestellt werden.
Analysten reagieren auf beseitigtes Risiko
Die Börse honorierte die beigelegten rechtlichen Risiken am Montag mit einem massiven Kursaufschlag. Die Papiere schossen um knapp 41 Prozent auf 22,15 US-Dollar in die Höhe. Dabei wechselten rund 168 Millionen Aktien den Besitzer – ein Volumen, das den dreimonatigen Durchschnitt um mehr als das Fünffache übertraf. Vor dieser Meldung hatte der Titel seit Jahresbeginn noch rund 36 Prozent an Wert verloren.
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Auch die Wall Street bewertet die Entwicklung positiv und passte ihre Modelle umgehend an. Analysten von Needham und der Deutschen Bank hoben ihre Kursziele auf 30 beziehungsweise 28 US-Dollar an. Die Bank of America stufte die Papiere auf „Neutral“ hoch, da ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für das Geschäftsmodell nun aus dem Weg geräumt ist. BMO Capital betonte, dass der Deal erheblichen kommerziellen Gegenwind aus den Segeln nimmt.
Strategischer Umbau trifft auf solide Zahlen
Finanziell operiert das Unternehmen aus einer Position der Stärke heraus. Im letzten Quartal kletterte der Nettogewinn auf 20,6 Millionen US-Dollar, gestützt von einer hohen Bruttomarge von knapp 74 Prozent. Der aktuelle Deal markiert dabei einen klaren Strategiewechsel: Das Unternehmen wandelt sich vom aggressiven Preisbrecher zu einem regulären Gesundheitsdienstleister und gleicht sein US-Geschäft an das internationale Modell an. Begleitet wird diese Phase von der neuen Kommunikationschefin Kathryn Beiser, die zuvor Führungspositionen bei Eli Lilly innehatte.
Der vollständige Wechsel von margenstarken Nachahmerpräparaten zu den offiziellen, aber im Einkauf teureren FDA-zugelassenen Medikamenten wird die zukünftige Profitabilität maßgeblich beeinflussen. Die kommenden Quartalszahlen werden konkret belegen müssen, wie gut das Unternehmen diese Umstellung in den Bilanzen abfedern kann und ob das Umsatzwachstum die potenziell sinkenden Margen pro Patient ausgleicht.
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