Hims & Hers liefert starke Jahreszahlen und greift gleichzeitig nach internationalem Wachstum. Doch ausgerechnet das Geschäft mit personalisierten GLP‑1-Abnehmpräparaten bringt das Unternehmen immer stärker in den Fokus von Behörden und Juristen. Wie passt das zusammen – und was bedeutet es für die nächsten Quartale?
Rekordjahr – aber der Ausblick bremst
Für 2025 meldete Hims & Hers einen deutlichen Sprung: Der Umsatz stieg auf rund 2,35 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 59% gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 128 Mio. US-Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 318 Mio. US-Dollar. Auch die Zahl der Abonnenten kletterte auf über 2,5 Millionen (+13%).
Im vierten Quartal wuchs der Umsatz um 28% auf 617,8 Mio. US-Dollar und lag damit über den Erwartungen. Gleichzeitig zeigte sich aber: Der Blick nach vorn ist kniffliger. Für das erste Quartal stellt das Management 600 bis 625 Mio. US-Dollar Umsatz in Aussicht – unter den Analystenschätzungen von 653 Mio. US-Dollar.
Als Grund nannte das Unternehmen einen Gegenwind von rund 65 Mio. US-Dollar. Auslöser sind Änderungen beim Versand personalisierter Abnehmprodukte – eine direkte Folge des härteren regulatorischen Durchgreifens gegen „compounded“ Semaglutid.
Eucalyptus-Deal: Internationaler Wachstumsschritt
Parallel zur Bilanzvorlage kündigte Hims & Hers eine große Übernahme an: Eucalyptus soll für bis zu 1,15 Mrd. US-Dollar gekauft werden. Eucalyptus ist in Australien, Großbritannien und Deutschland aktiv und baut zusätzlich neue Aktivitäten in Japan und Kanada auf. Das Unternehmen kommt laut Angaben auf eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 450 Mio. US-Dollar.
Finanziell will Hims & Hers den Deal überwiegend aus vorhandenen Barmitteln sowie künftigen operativen Cashflows aus dem US-Geschäft stemmen. Teile der späteren Zahlungen (Deferred/Earnout) kann das Unternehmen nach eigener Wahl in Cash oder Aktien begleichen. Der Abschluss hängt noch an üblichen Bedingungen und Genehmigungen – angepeilt ist die Mitte des Jahres 2026.
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GLP‑1-Druck: Klagen, FDA und SEC im Nacken
Der operative Gegenwind kommt nicht aus dem Nichts. Novo Nordisk hat eine Patentklage eingereicht und will Hims & Hers gerichtlich untersagen lassen, „compounded“ Versionen von Wirkstoffen zu verkaufen, die Patente verletzen könnten – inklusive Schadensersatzforderungen. Zusätzlich hat die FDA umfassende Maßnahmen angekündigt, um massenhaft vermarktete „compounded“ GLP‑1-Produkte stärker einzuschränken. Hims & Hers zog sein „compounded“ Semaglutid-Produkt nach regulatorischer Prüfung zurück.
Dazu kommt weiterer Druck: Die SEC hat eine Untersuchung zu den Angaben des Unternehmens rund um die GLP‑1-Offenlegungen aufgenommen. Außerdem verwies der General Counsel des US-Gesundheitsministeriums (HHS) auf eine Weiterleitung an das Justizministerium wegen möglicher Verstöße gegen den Federal Food, Drug, and Cosmetic Act.
Diese Gemengelage schlug auch bei Analysten durch: Deutsche Bank senkte das Kursziel auf 31 US-Dollar (von 42), Barclays auf 25 US-Dollar (von 48).
Diversifikation als Schutzschild
Im Earnings Call betonte CEO Andrew Dudum, dass der Großteil von Umsatz und Profitabilität nicht aus dem Abnehmsegment stamme. Genannt wurden unter anderem neue Fachbereiche wie Hormontherapien und Diagnostik, die die Abhängigkeit von einzelnen Kategorien reduzieren sollen. Außerdem gewinnt die Marke „Hers“ an Gewicht und macht inzwischen fast 40% des US-Umsatzes aus – ein Baustein, den der Markt als möglichen Puffer gegen GLP‑1-Risiken einordnet.
Am Markt blieb die Aktie zuletzt dennoch klar unter Druck: Heute liegt sie bei 13,51 Euro (-3,98%).
Zum Fahrplan für 2026 gehören damit zwei harte Realitätstests: kurzfristig die Q1-Umsatzspanne von 600 bis 625 Mio. US-Dollar (inklusive des genannten 65‑Mio.-Gegenwinds) – und ab Mitte 2026 die geplante Eucalyptus-Integration, die zeigen muss, ob internationales Wachstum die GLP‑1-Belastungen tatsächlich abfedern kann.
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