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Hims & Hers Aktie: GLP-1-Risiken im Fokus

Die Aktie von Hims & Hers gerät durch eine Kartellklage im Markt für Abnehmmedikamente und zurückhaltende Analystenbewertungen unter Druck. Die Abhängigkeit von zusammengesetzten GLP-1-Präparaten birgt regulatorische Unsicherheiten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue Kartellklage betrifft GLP-1-Markt für Abnehmmedikamente
  • Bank of America bestätigt Underperform-Rating für Hims & Hers
  • Evercore ISI startet mit neutraler In-Line-Einstufung
  • Aktie notiert deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch

Hims & Hers steht wieder im Brennpunkt des US-Gesundheitssektors – diesmal nicht wegen Wachstumszahlen, sondern wegen rechtlicher und regulatorischer Risiken im Markt für Abnehmmedikamente. Im Zentrum steht die Frage, wie stabil das Geschäft mit selbst hergestellten (compounded) GLP‑1-Produkten wirklich ist. Die jüngsten Analystenkommentare und ein neues Kartellverfahren verschieben den Blick der Anleger klar von der Chance auf das Risiko.

Rechtlicher Druck auf den GLP‑1-Markt

Auslöser der aktuellen Nervosität ist eine neue Kartellklage im US-Markt für Gewichtsverlustmedikamente. Strive Specialties Inc. hat am 14. Januar 2026 Klage gegen Eli Lilly und Novo Nordisk eingereicht. Der Vorwurf: Die Pharmariesen sollen wettbewerbswidrige Taktiken einsetzen, um Telemedizin-Anbieter und Apotheken daran zu hindern, zusammengesetzte Versionen beliebter GLP‑1-Wirkstoffe wie Mounjaro und Wegovy anzubieten.

Hims & Hers ist nicht direkt beklagt, profitiert aber stark von genau diesem Segment. Die Klage macht deutlich, wie umkämpft der Markt für compounded GLP‑1-Präparate ist – und dass die Hersteller der Originalmedikamente ihre Patente und Marktanteile offensiv verteidigen. Für Anleger steht damit die Frage im Raum, wie verlässlich die Lieferkette und die regulatorische Basis für diese Produkte in den kommenden Jahren bleiben.

Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Sollte sich die Versorgungslage bei Markenpräparaten wie Wegovy oder Ozempic normalisieren, könnten die derzeitigen regulatorischen Ausnahmen für Compounding-Apotheken eingeschränkt werden. Damit würde ein wichtiger Wachstumstreiber von Hims & Hers an Berechenbarkeit verlieren.

Analysten bremsen Erwartungen

Parallel zum juristischen Gegenwind haben sich große Investmenthäuser zuletzt vorsichtig geäußert. Bank of America hat ihr „Underperform“-Rating für Hims & Hers bestätigt. In einer aktuellen Einschätzung warnt das Institut, dass die Konsensschätzungen für Umsatz und EBITDA-Margen im Jahr 2026 zu hoch sein könnten. Die Analysten sprechen von einem „Investmentjahr“, in dem hohe Ausgaben die Profitabilität dämpfen dürften.

Evercore ISI ist zum Wochenbeginn mit einem neutralen „In Line“-Rating in die Coverage eingestiegen. Damit signalisiert das Haus begrenztes Aufwärtspotenzial auf kurze Sicht. Zusammengenommen tragen diese eher zurückhaltenden Stimmen dazu bei, dass der Markt das Papier trotz des starken Wachstums mit Abschlägen bepreist.

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Zur Einordnung: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie noch deutlich im Plus, notiert aber inzwischen rund die Hälfte unter ihrem 52‑Wochen-Hoch vom Februar 2025. Der aktuelle Kurs bewegt sich nahe dem 50‑Tage-Durchschnitt, aber klar unter dem 200‑Tage-Schnitt, was den mittelfristigen Druck spiegelt.

Zentrale Belastungsfaktoren im Überblick

  • Kartellklage von Strive Specialties gegen Eli Lilly und Novo Nordisk wegen angeblich wettbewerbswidriger Praktiken im GLP‑1-Markt
  • Hohe Abhängigkeit von compounded GLP‑1-Präparaten als Wachstumstreiber
  • BofA belässt Hims & Hers auf „Underperform“ und warnt vor zu optimistischen 2026er-Schätzungen
  • Evercore ISI startet mit „In Line“ und sieht begrenztes kurzfristiges Potenzial
  • Markt preist binäre Risiken im Gewichtsverlust-Segment ein und diskontiert zukünftige Cashflows entsprechend

Wachstum mit „binärem“ Risiko

Fundamental bewegt sich Hims & Hers in einem Spannungsfeld aus attraktiv erscheinender Bewertung und erheblichen operativen Unwägbarkeiten. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren beeindruckend skaliert, doch ein großer Teil der Phantasie hängt am GLP‑1-Geschäft.

Der Markt bewertet dieses Segment zunehmend als „binär“: Entweder bleiben die regulatorischen Spielräume für compounded Varianten bestehen und sichern das Wachstum, oder verschärfte Regeln und stärkerer Patentschutz bremsen den Umsatz deutlich. Die Klage von Strive Specialties ist ein klares Signal, dass etablierte Pharmakonzerne bereit sind, juristisch durchzugreifen, um ihre Margen im Milliardenmarkt für Abnehmmedikamente zu schützen.

Das hat direkte Implikationen für die Bewertung. Anleger scheinen zukünftige Cashflows aus dem GLP‑1-Bereich vorsichtiger zu diskontieren und damit Risikoaufschläge einzupreisen. Trotz der historisch starken Kursentwicklung steht der Titel daher aktuell unter Druck.

Technische Lage und Ausblick

Charttechnisch rückt nun vor allem die Marke von 30 US‑Dollar in den Vordergrund. Marktbeobachter sehen in diesem Niveau eine psychologisch wichtige Unterstützung. Ein Bruch nach unten könnte das Konsolidierungsmuster der vergangenen Wochen verlängern und weiteren Verkaufsdruck nach sich ziehen. Dass die Aktie unter den entscheidenden kurzfristigen und mittelfristigen gleitenden Durchschnitten notiert, unterstreicht den aktuell eher schwachen Trend.

In der Analystengemeinde gibt es weiterhin unterschiedliche Lager: Während BofA klar zur Vorsicht mahnt, halten andere Häuser die Sorge vor regulatorischen Gegenwinden für überzogen und sehen Spielraum nach oben, falls Hims & Hers seine Strategie überzeugend untermauert. Konkrete Antworten darauf werden Anleger voraussichtlich mit dem nächsten Quartalsbericht im Februar erhalten – insbesondere zur geplanten Investitionshöhe 2026 und zum Umgang mit der sich zuspitzenden Rechtslage im GLP‑1-Segment.

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