Die Telemedizin-Plattform Hims & Hers durchlebt aktuell eine beispiellose Talfahrt. Ein hartes Durchgreifen der US-Behörden hat das lukrative Geschäft mit nachgemachten Abnehmspritzen innerhalb weniger Tage faktisch beendet. Nun muss das Unternehmen hastig auf ein deutlich weniger profitables Modell umrüsten, was an der Wall Street eine hitzige Debatte über die wahre Bewertung des Konzerns auslöst.
Behörden greifen hart durch
Der Auslöser für den massiven Kursverlust liegt in einer Serie juristischer und regulatorischer Rückschläge Anfang 2026. Die US-Gesundheitsbehörde FDA stufte die von Hims & Hers selbst gemischten, margenstarken Abnehmpräparate als „nicht zugelassen“ ein. Parallel reichte der Pharmariese Novo Nordisk eine Patentklage ein, während das US-Gesundheitsministerium den Fall wegen möglicher Gesetzesverstöße an das Justizministerium weiterleitete.
Um den Konflikt zu beenden, schloss die Plattform im März einen Vergleich mit Novo Nordisk. Die Konsequenz: Der Verkauf der Eigenkreationen wurde umgehend gestoppt. Stattdessen fungiert das Unternehmen nun als reiner Vertriebspartner für das teurere Originalmedikament Wegovy.
Vom Produzenten zum Zwischenhändler
Dieser erzwungene Strategiewechsel hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Als Zwischenhändler für Markenmedikamente schrumpft die Gewinnspanne erheblich. Das Management rechnet für das erste Quartal 2026 nur noch mit Einnahmen zwischen 600 und 625 Millionen US-Dollar und verfehlt damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Allein die Umstellung der Lieferketten kostet rund 65 Millionen US-Dollar an Umsatz.
Die Bank of America senkte daraufhin ihr Kursziel und warnt davor, dass der operative Gewinn (EBITDA) aus dem Geschäft mit Abnehmpräparaten in diesem Jahr um bis zu 50 Prozent einbrechen könnte. Entsprechend rasant passte sich die Bewertung an. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis fiel vom Höchststand bei etwa 10 auf aktuell nur noch 2.
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Wachstum intakt, aber Risiken bleiben
Trotz der fundamentalen Risse im Geschäftsmodell gibt es auch Argumente für eine Stabilisierung. Mit über 2,5 Millionen Abonnenten verfügt die Plattform über eine treue und zahlungskräftige Kundenbasis. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management weiterhin einen Umsatz von bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar an. Optimisten sehen in der stark gesunkenen Bewertung daher bereits das Worst-Case-Szenario eingepreist.
Als zusätzlichen Störfaktor mussten Investoren im Februar allerdings noch einen Hackerangriff verdauen. Durch gezielte Manipulation von Mitarbeitern erbeuteten Angreifer Kundennamen und E-Mail-Adressen, auch wenn die Führungsebene keine materiellen finanziellen Schäden aus dem Vorfall erwartet.
Am 11. Mai 2026 wird das Unternehmen nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Dieser Bericht liefert die ersten harten Fakten darüber, wie stark der Wechsel vom hochprofitablen Eigenprodukt zum margenschwächeren Markenvertrieb die Profitabilität tatsächlich belastet. Die dort ausgewiesenen Margen werden den Ausschlag geben, auf welchem Bewertungsniveau sich die Aktie mittelfristig einpendelt.
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