Jahrelang stritten Hims & Hers und Novo Nordisk über den Verkauf von nachgemachten Abnehmspritzen. Nun begraben die beiden Unternehmen überraschend das Kriegsbeil und schmieden stattdessen eine weitreichende Partnerschaft. Der strategische Schwenk hin zu Originalpräparaten löste an der Börse heftige Reaktionen aus und zwingt Analysten zur Neubewertung.
Das Ende des Rechtsstreits
Die Basis für die jüngsten Marktturbulenzen bildet eine fundamentale Neuausrichtung im boomenden Markt für Adipositas-Behandlungen. Hims & Hers wird künftig die Originalmedikamente Ozempic und Wegovy von Novo Nordisk auf seiner Telemedizin-Plattform anbieten. Im Gegenzug stellt das Unternehmen die umstrittene Vermarktung von selbst gemischten GLP-1-Präparaten ein.
Damit endet eine turbulente Phase. Noch im Februar hatte der dänische Pharmakonzern Hims & Hers verklagt, nachdem Pläne für eine günstigere Wegovy-Kopie bekannt wurden. Die aktuelle Einigung räumt dieses erhebliche juristische Risiko, das den Aktienkurs lange belastet hatte, nun aus dem Weg. Bestehende Patienten sollen nach ärztlicher Prüfung auf die FDA-zugelassenen Originalmedikamente umgestellt werden.
Extreme Volatilität und Leerverkäufer
Anleger reagierten am 9. März euphorisch auf die beigelegte Klage. Der Aktienkurs schoss in der Spitze um 55 Prozent in die Höhe, begleitet von einem massiven Handelsvolumen, das den dreimonatigen Durchschnitt um mehr als das Fünffache übertraf. Solche extremen Ausschläge werden durch die hohe Leerverkaufsquote begünstigt. Aktuell sind rund 46 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft.
Diese Konstellation verstärkte die Kursschwankungen der Woche deutlich, bevor am Donnerstag erste Gewinnmitnahmen den Kurs wieder um knapp acht Prozent drückten. Trotz des Rücksetzers verzeichnet das Papier auf Wochensicht ein beachtliches Plus von 50 Prozent. Auf Jahressicht notiert der Titel aufgrund der vorangegangenen regulatorischen Unsicherheiten allerdings weiterhin fast 32 Prozent im Minus.
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Analysten ziehen nach
Die beseitigte Rechtsunsicherheit veranlasste zahlreiche Wall-Street-Häuser zu einer sofortigen Anpassung ihrer Modelle. Analysten werten den Wechsel zu zugelassenen Medikamenten als wichtigen Schritt zur Risikominimierung. Folgende Kursziele wurden im Zuge des Deals aktualisiert:
- Needham & Company: Hochstufung auf „Buy“ mit Kursziel 30,00 US-Dollar
- Barclays: Bestätigung „Overweight“, Kursziel von 25,00 auf 29,00 US-Dollar angehoben
- Citigroup: Hochstufung auf „Neutral“, Kursziel von 13,25 auf 24,00 US-Dollar angehoben
- Bank of America: Hochstufung auf „Neutral“, Kursziel von 12,50 auf 23,00 US-Dollar angehoben
Flankiert wird der Optimismus von soliden Geschäftszahlen. Im vierten Quartal übertraf Hims & Hers mit einem Umsatz von 617,8 Millionen US-Dollar und einem Gewinn von 0,08 US-Dollar pro Aktie die Markterwartungen deutlich. Die Abonnentenbasis wuchs im Jahresvergleich um 13 Prozent auf über 2,5 Millionen Nutzer.
Mit dem Novo-Deal und der Ernennung von Kathryn Beiser zur neuen Kommunikationschefin stellt sich das Unternehmen strategisch neu auf. Der Fokus der Investoren verlagert sich nun auf die operative Umsetzung. Die zentrale Messgröße für die kommenden Quartale wird sein, wie sich der Wechsel von den riskanten Eigenmischungen hin zum Vertrieb der Originalpräparate auf das Umsatzwachstum und die Gewinnmargen auswirkt.
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