Die Straße von Hormus ist praktisch geschlossen. China stoppt Schwefelsäure-Exporte bis Jahresende. Für die globale Kupferversorgung hat das Folgen — und Highland Critical Minerals steht mitten in diesem Spannungsfeld.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am 16. und 17. Juli ihren „Global Critical Minerals Outlook 2026“ veröffentlicht. Die Warnung darin ist deutlich: Mehr als 15 Prozent der weltweiten Kupfer-Primärversorgung gelten jetzt als gefährdet. Der Grund liegt nicht in den Minen selbst, sondern in einem Vorprodukt, das kaum jemand auf dem Schirm hat.
Schwefelsäure als Nadelöhr der Kupferproduktion
Schwefelsäure ist der Schlüsselstoff für die sogenannte SxEW-Methode, mit der Kupfer, Nickel und Kobalt aus Erzen gelöst werden. Genau dieser Markt gerät ins Wanken. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus hat den weltweiten Seehandel mit Schwefel empfindlich gestört.
Chinas Exportstopp für Schwefelsäure verschärft die Lage zusätzlich. Die IEA spricht von einem „starken Bündel kurzfristiger Herausforderungen“ für Kupfer. Die langfristige Angebotssituation habe sich zwar leicht verbessert — das hilft der Branche in den kommenden Monaten aber wenig.
Das Jahr 2025 hat bereits vorgeführt, wie fragil die Lieferketten sind. Operative Probleme kosteten die Minenproduktion damals 1,5 Millionen Tonnen Kupfer. Das entspricht etwa 6 Prozent der globalen Fördermenge und drückte den Raffiniermarkt in ein Defizit.
Der Preis reagiert längst. Kupfer an der New Yorker Börse notiert bei rund 6,32 Dollar je Pfund, umgerechnet knapp 13.930 Dollar pro Tonne. An der Londoner Metallbörse (LME) settelte Kassa-Kupfer bei 13.537 Dollar. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von fast 8 Prozent zu Buche.
Wettlauf um kritische Rohstoffe
Die IEA beschreibt die aktuelle Lage als geopolitisches Paradox. Staaten sichern gleichzeitig heimische Lieferketten und drängen auf nationale Vorteile — beides verstärkt sich gegenseitig. Exportkontrollen und politische Kurswechsel bleiben deshalb die größte Unsicherheit für kritische Rohstoffe.
Für Explorationsunternehmen wie Highland Critical Minerals, das im kanadischen Rohstoffsektor aktiv ist, rückt dadurch die strategische Bedeutung heimischer Lithium- und Kupfer-Assets stärker in den Vordergrund.
Kursbild und Unternehmensstruktur
Die Aktie zeigte zuletzt Mitte Juli ihre letzte nennenswerte Bewegung. An deutschen Börsen schloss das Papier die Vorwoche bei etwa 0,123 Euro. In Kanada bewegte sich der Kurs zuletzt in einer Spanne zwischen 0,12 und 0,20 kanadischen Dollar.
Der Markt beobachtet zudem die frühere Umstrukturierung des Unternehmens. Highland Critical Minerals spaltete Highland Red Lake Gold Corp. ab und hält weiterhin rund 2,6 Millionen Aktien an der goldfokussierten Gesellschaft.
In der kommenden Woche richtet sich der Blick auch auf die Europäische Zentralbank. Ihre Zinsentscheidung kann Währungen und rohstoffnahe Aktien bewegen — und damit auch Highland Critical Minerals treffen. Wie widerstandsfähig sich die Kupferpreise gegen die logistischen Störungen zeigen, dürfte für Highland und andere Explorationsunternehmen in den kommenden Tagen der entscheidende Faktor bleiben.
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