HF Sinclair will für rund 257 Mio. US$ eigene Aktien von REH Advisors zurückkaufen. Der am Donnerstag geschlossene Vertrag soll um den 3. November abgeschlossen werden. Das Unternehmen finanziert den Kauf aus Barmitteln. Neben der Kapitalrückgabe hat die Transaktion eine mögliche Folge für die Unternehmensführung: REH dürfte sein Nominierungsrecht für einen Sitz im Verwaltungsrat verlieren.
Der Rückkauf verbindet damit zwei Themen. HF Sinclair setzt sein Aktienrückkaufprogramm fort und verringert zugleich die Beteiligung eines Aktionärs mit besonderen Mitspracherechten. Ein unmittelbarer Wechsel im Verwaltungsrat folgt daraus allerdings nicht.
Weitere Mittel für Aktienrückkäufe
Wie HF Sinclair am Freitag mitteilte, umfasst die Vereinbarung 2.350.000 Aktien zu einem Preis von jeweils 109,37 US$. Die erworbenen Papiere sollen als eigene Aktien gehalten werden.
Die Vereinbarung setzt eine Reihe privater Rückkaufgeschäfte zwischen HF Sinclair und REH fort. Sie ist damit keine erstmalige Transaktion zwischen den beiden Parteien. Eine Einziehung der erworbenen Aktien hat das Unternehmen nicht angekündigt.
Das laufende Rückkaufprogramm umfasst 1,5 Mrd. US$. Einschließlich des vereinbarten Geschäfts entfallen darauf Rückkäufe von 766 Mio. US$; rund 734 Mio. US$ Ermächtigung bleiben übrig.
Damit besteht auch nach dieser Vereinbarung Spielraum für weitere Rückkäufe innerhalb des Programms. Die verbleibende Ermächtigung ist jedoch nicht mit bereits vereinbarten Käufen gleichzusetzen.
REHs Nominierungsrecht könnte entfallen
REH darf bei einer Beteiligung von mindestens 5% und unter 15% einen Vertreter für den Verwaltungsrat nominieren. Nach dem geplanten Rückkauf dürfte der Anteil unter die untere Schwelle fallen.
Entscheidend ist dabei nicht allein der Abschluss des Geschäfts. Die Regelung knüpft mögliche personelle Konsequenzen an einen späteren Stichtag. Auch dann wäre ein Ausscheiden des Vertreters nicht automatisch vorgeschrieben.
Bleibt REH am 13. Januar 2027 unter der Schwelle, muss sein Vertreter binnen 30 Tagen den Rücktritt anbieten. Der Vorstand entscheidet anschließend, ob er das Angebot annimmt oder ablehnt.
Starkes Quartal stützt Kapitalrückgabe
Den finanziellen Hintergrund bildet ein kräftiger Ergebnissprung. Im dritten Quartal 2026 erzielte HF Sinclair einen bereinigten Gewinn je Aktie von 11,75 US$ nach 2,44 US$ im Vorjahresquartal.
Die höheren Erträge gingen mit einer deutlich gestiegenen bereinigten Raffinerie-Bruttomarge einher. Der neue Vertrag setzt die Kapitalrückgabe nach den bereits im Quartal vorgenommenen Ausschüttungen und Rückkäufen fort.
Im dritten Quartal 2026 erwirtschaftete HF Sinclair einen operativen Cashflow von 1,8 Mrd. US$. Zugleich kaufte das Unternehmen Aktien für 479 Mio. US$ zurück und zahlte 93 Mio. US$ Dividenden.
Für Anleger stehen nun der erwartete Abschluss der REH-Transaktion und die spätere Beteiligungsschwelle im Mittelpunkt. Der Rückkauf ist konkret vereinbart; seine möglichen Folgen für die Besetzung des Verwaltungsrats bleiben an Bedingungen gebunden.
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