Ein kleiner Kurssprung von 1,15 Prozent auf 0,79 Euro – die Börse reagiert verhalten, aber wohlwollend. Hexagon Composites treibt die Kapitalmaßnahme in dieser Woche in die finale Phase. Für Anleger rückt dabei langsam in den Hintergrund, was die Aktie zuletzt belastet hat: die Verwässerung. Stattdessen rückt ein massiv entschuldetes Unternehmen in den Fokus.
Das norwegische Unternehmen hat seine Bankverbindlichkeiten auf umgerechnet rund 1,6 Milliarden norwegische Kronen gedrückt. Dafür sorgten mehrere Maßnahmen: eine Tilgung von 300 Millionen Kronen auf ein Term Loan sowie die Abwicklung eines Cross-Currency-Swaps über 200 Millionen Kronen.
Zeitgleich hat sich Hexagon langfristige Luft verschafft. Die bestehenden Kreditlinien laufen nun bis ins zweite Quartal 2029. Die neuen Covenants gelten bis Ende 2027. Das Management gewinnt so den nötigen Spielraum fürs operative Geschäft – statt ständig über neue Anschlussfinanzierungen nachdenken zu müssen.
Die operative Wende zeichnet sich ab
Der Konzern zeigt erste Anzeichen einer Erholung im Tagesgeschäft. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 669 Millionen Kronen. Die EBITDA-Marge stieg auf 8,5 Prozent – eine deutliche Verbesserung gegenüber den Tiefständen aus dem dritten Quartal des Vorjahres.
Grund dafür sind ein günstigerer Produktmix sowie Einsparungen und ein verschlankter Apparat. Der Markt für Erdgasfahrzeuge bleibt zwar schwankungsanfällig. Die internen Effizienzgewinne federn den Gegenwind aber zunehmend ab.
Kursniveau und Ausblick
Die Aktie notiert derzeit leicht unter dem Zeichnungspreis von 8,00 Kronen für die Bezugsrechtsemission – ein diskutierter Punkt unter Analysten. Der RSI für 14 Tage liegt bei 38,6, das Papier bleibt technisch angespannt. Seit Jahresbeginn steht immerhin ein Plus von knapp 24 Prozent.
Gelingt Hexagon ein Aufschwung im nordamerikanischen Lastwagenmarkt, könnte das zusätzlichen Schub geben. Die Finanzierung steht. Jetzt muss das operative Drehbuch halten.
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