Hesai Group schreibt Geschichte in der Lidar-Branche: Als erster Hersteller weltweit hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 die GAAP-Profitabilität auf Ganzjahresbasis erreicht. Während viele Wettbewerber weiterhin mit hohen Entwicklungskosten und Verlusten kämpfen, lieferte Hesai allein im vergangenen Jahr über eine Million Sensoren aus.
Effizienz treibt die Margen
Die Bruttomarge kletterte im vierten Quartal auf 41 Prozent, was die Erwartungen vieler Marktbeobachter unterstreicht. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus einem strikten Kostenmanagement und einer optimierten Skalierung in den Segmenten Robotik und Fahrerassistenzsysteme (ADAS). Obwohl die Margen im Automobilsektor unter Druck stehen, konnten die hochmargigen Produkte aus dem Robotik-Bereich diesen Effekt mehr als ausgleichen.
Mit einem Marktanteil von rund 46 Prozent bei weitreichenden Automobil-Lidaren festigt Hesai seine dominante Stellung. Die kumulierten Auslieferungen überschritten im Berichtszeitraum die Marke von zwei Millionen Einheiten. Um dieses Wachstum fortzusetzen, plant das Management eine massive Kapazitätserweiterung.
Expansion und regulatorischer Gegenwind
Das Unternehmen bereitet sich auf eine Verdopplung der jährlichen Produktionskapazität auf über vier Millionen Einheiten vor. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist das neue Werk in Bangkok, das Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen soll. Flankiert wird dieser Ausbau durch die enge Partnerschaft mit NVIDIA, in deren Ökosystem Hesai tief integriert ist.
Allerdings belasten geopolitische Spannungen die Stimmung der Anleger. Hesai wehrt sich weiterhin juristisch gegen die Einstufung als „chinesisches Militärunternehmen“ durch das US-Verteidigungsministerium. Ein entsprechendes Berufungsverfahren wurde eingeleitet, da das Unternehmen betont, dass seine Produkte ausschließlich für zivile und kommerzielle Zwecke eingesetzt werden.
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Ausblick auf 2026
Trotz der fundamentalen Erfolge reagiert der Markt am Dienstag empfindlich. Die Aktie verliert deutlich über zehn Prozent und notiert aktuell bei 18,20 Euro. Damit weitet sich der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 22,08 Euro spürbar aus, da Investoren die regulatorischen Risiken in den USA derzeit höher gewichten als die operative Stärke.
Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich Hesai ehrgeizige Ziele:
– Geplante Auslieferungen: 2 bis 3 Millionen Einheiten
– Volle Lidar-Integration bei den Top-2-ADAS-Kunden
– Inbetriebnahme des Standorts Thailand (Vorbereitungsphase)
– Fortführung des US-Berufungsverfahrens
Die nächsten Meilensteine für Aktionäre sind die anstehende außerordentliche Hauptversammlung sowie Fortschritte im Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium, die maßgeblich über die Bewertung der langfristigen Wachstumschancen entscheiden dürften.
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