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Hercules Capital Aktie: Bewertung am Pranger

Hercules Capital sieht sich mit Sammelklagen und Ermittlungen wegen möglicher Bilanzkosmetik konfrontiert. Der Vorwurf betrifft die Bewertung von Software-Krediten im Milliardenwert und die Praxis von PIK-Zinsen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Klagen wegen angeblicher Bilanzkosmetik und Wertpapierbetrug
  • Software-Kredite im Fokus der Ermittlungen
  • Vorwurf der Verschleierung von Risiken im Portfolio
  • Aktie verliert deutlich nach Bekanntwerden der Vorwürfe

Hercules Capital gerät unter massiven juristischen Druck. Mehrere US-Kanzleien untersuchen die Bewertungsmethoden des Finanzdienstleisters, während Aktionäre vor Gericht ziehen. Im Kern geht es um den Vorwurf, das Unternehmen habe Risiken im milliardenschweren Software-Portfolio verschleiert.

Vorwurf der Bilanzkosmetik

In Kalifornien wurde eine Klage gegen CEO Scott Bluestein und die Führungsriege eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Hercules Capital soll den Nettoinventarwert (NAV) künstlich aufgebläht haben. Während der gemeldete Wert je Aktie im Jahr 2025 von 11,55 auf 12,13 US-Dollar stieg, zweifeln Kläger die Korrektheit dieser Daten an.

Parallel dazu werfen verschiedene Anwaltskanzleien, darunter Levi & Korsinsky, dem Unternehmen Wertpapierbetrug vor. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Zeitraum zwischen Mai 2025 und Februar 2026. Ein kritischer Bericht hatte im Februar die Due-Diligence-Prozesse bei der Kreditvergabe massiv in Zweifel gezogen.

Fokus auf Software-Schulden

Besonderes Augenmerk liegt auf den Software-Krediten, die mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar etwa 35 Prozent des Portfolios ausmachen. Kritiker werfen dem Management vor, die Kreditrisiken in diesem Segment systematisch unterschätzt zu haben. Marktbeobachter werten die Intransparenz bei der Einstufung dieser Schulden als erhebliches Risiko für die künftige Stabilität.

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Hinzu kommt der Vorwurf sogenannter „Phantom-Zinsen“. Dabei handelt es sich um Erträge aus Payment-in-Kind-Darlehen (PIK), bei denen Zinsen nicht bar gezahlt, sondern auf die Kreditsumme aufgeschlagen werden. Diese Praxis könnte die tatsächliche Qualität der Vermögenswerte verschleiert und die Bilanz optisch geschönt haben.

Die Aktie verlor am Tag der Veröffentlichung der Vorwürfe rund acht Prozent an Wert. Gestern schloss das Papier bei 13,50 Euro, womit sich das Minus seit Jahresbeginn auf rund 17 Prozent summiert.

Für betroffene Anleger rückt ein wichtiger Termin näher. Bis Mai 2026 können Aktionäre bei den US-Gerichten beantragen, als Hauptkläger in den Sammelklagen aufzutreten. In den kommenden Wochen muss das Unternehmen beweisen, dass sein internes Bewertungsteam die Software-Kredite korrekt eingestuft hat.

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