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Symbolbild, KI-generiert

Hercules Capital: $1,81 Milliarden neue Commitments

Hercules Capital verzeichnet Rekord-Neugeschäft, sieht sich aber mit Sammelklagen wegen mangelnder Kreditprüfung konfrontiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekord-Neugeschäft von 1,81 Milliarden Dollar
  • Sammelklage wegen angeblich mangelhafter Kreditprüfung
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 17 Prozent
  • Hohe Dividendenrendite von über 10 Prozent

Hercules Capital erlebt derzeit eine Phase extremer Gegensätze. Während der Spezialfinanzierer Rekorde beim Neugeschäft meldet, werfen schwere juristische Vorwürfe Schatten auf das Geschäftsmodell. Mehrere Anwaltskanzleien rufen Aktionäre aktuell zur Teilnahme an einer Sammelklage auf.

Vorwurf mangelnder Sorgfalt

Im Kern geht es um die operative Integrität des Unternehmens. Kläger werfen Hercules Capital vor, bei der Prüfung von Krediten nicht sorgfältig genug zu sein. Statt eigener Analysen habe das Haus lediglich Investitionslisten externer Risikokapitalgeber übernommen.

Ein relativ kleines Team bewertet parallel dazu ein Portfolio von über 5,7 Milliarden Dollar. Kritiker bezweifeln, ob diese Struktur für eine börsennotierte Finanzinstitution ausreicht. Möglicherweise wurde der Nettoinventarwert (NAV) gegenüber Anlegern falsch dargestellt.

Wachstum trotz Gegenwind

Das operative Geschäft läuft derweil auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 erreichte das Volumen neuer Finanzierungszusagen rund 1,81 Milliarden Dollar. Hercules Capital weitete sein Engagement auf 16 neue und 12 bestehende Portfoliounternehmen aus.

Die Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fast acht Prozent. Das Management nutzt das aktuelle Marktumfeld, in dem junge Wachstumsfirmen verstärkt nach alternativen Krediten suchen. Der Fokus liegt dabei auf den Sektoren Technologie, Biowissenschaften und erneuerbare Energien.

Kurs unter Druck

Die Aktie reagiert empfindlich auf die Nachrichtenlage. Seit Jahresbeginn verlor das Papier über 17 Prozent an Wert. Zuletzt notierte der Kurs bei 13,40 Euro, was deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 16,90 Euro liegt.

Trotz der Kursverluste lockt das Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite von über 10 Prozent. Die aktuelle Quartalsausschüttung liegt bei 0,47 Euro je Aktie. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 68,8 jedoch eine fast überkaufte Lage.

Klarheit bringen die nächsten Wochen. Im Mai 2026 veröffentlicht Hercules Capital die Ergebnisse für das erste Quartal. Diese Zahlen werden zeigen, ob die Rechtsstreitigkeiten den NAV oder die Netto-Anlageerträge bereits belasten. Im Juni folgt die Hauptversammlung, auf der Aktionäre über die Wahl der Direktoren und die Bestätigung der Rechnungsprüfer entscheiden.

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