Anleger der hep global Anleihe (DE000A3H3JV5) können seit Dienstag nicht mehr handeln. Die Börse Stuttgart hat das Papier vom Handel ausgesetzt. Grund sind technische Probleme bei der Hinterlegung neuer Anleihebedingungen bei Clearstream. Auch in Frankfurt notiert das Wertpapier nicht mehr.
Einen Preis für die Anleihe gibt es damit nicht mehr. Am Dienstag notierte die Unternehmensanleihe des Solarpark-Spezialisten zuletzt bei 51 Euro – ein Minus von 22,5 Prozent an einem Tag. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 14 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 92,51 Euro beträgt knapp 45 Prozent.
Die Handelsunterbrechung ist aber wohl nur temporär. Das Unternehmen erwartet eine Wiederaufnahme bis Ende Juni 2026.
Gläubiger stimmten Verlängerung zu
Der Handelstopp ist nur die Spitze eines größeren Problems. Die Anleihe war ursprünglich am 18. Mai 2026 fällig. Eine pünktliche Rückzahlung galt bereits im Vorfeld als unsicher.
Die Lösung: eine Laufzeitverlängerung um 18 Monate. Die Gläubiger stimmten im Mai auf einer zweiten Versammlung in Heilbronn zu – die erste hatte das nötige Quorum verfehlt. Die neue Fälligkeit: der 18. November 2027.
Zusätzlich steigt der Zins von 6,5 auf 8,0 Prozent, falls die Anleihe nicht binnen sechs Monaten nach dem ursprünglichen Termin zurückgezahlt wird. Eine einmalige Beschlussgebühr soll bis Ende Juni fließen.
Finanzinvestor für US-Geschäft
Während die Anleihe wackelt, arbeitet hep global an der operativen Wende. Das Unternehmen konnte einen Finanzinvestor für das US-Geschäft gewinnen. Das Mezzanine-Kapital fließt an die US-Tochter HEP Solar Holdings USA. Elf Projekte mit 200 Megawatt Leistung sollen damit kofinanziert werden.
Ob diese Mittel für die Rückzahlung der Anleihe reichen? Unklar. Der Handelstopp und die ausstehende Neuhinterlegung bei Clearstream zeigen: Die Refinanzierung ist noch nicht abgeschlossen. Bleibt die Wiederaufnahme Ende Juni aus, könnte das Vertrauen der Anleihegläubiger weiter sinken.
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