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Hensoldt: Dividende auf 0,55 Euro erhöht

Hensoldt-Aktie erholt sich von China-Schock, Anleger fokussieren sich auf anstehende Quartalszahlen und Rekordauftragsbestand.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurserholung nach Exportbeschränkungen aus China
  • Rekord-Auftragsbestand von 8,8 Milliarden Euro
  • Dividendenanhebung auf 0,55 Euro je Aktie
  • Quartalszahlen am 6. Mai im Fokus

Ende April schickte Peking die Hensoldt-Aktie mit neuen Exportbeschränkungen auf Talfahrt. Inzwischen greifen Anleger wieder zu und schieben den Kurs zurück über die 50-Tage-Linie. Die anfängliche Nervosität weicht der Vorfreude auf die anstehenden Quartalszahlen — ein erstes Stimmungsbarometer für das laufende Jahr.

Aktuell notiert das Papier bei 78,42 Euro und verzeichnet damit ein Tagesplus von gut zwei Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein moderater Gewinn von knapp drei Prozent auf der Anzeigetafel. Die Erholung folgt auf einen zweistelligen Kurseinbruch, nachdem China den Rüstungskonzern auf eine Kontrollliste für Dual-Use-Güter gesetzt hatte. Das Management beruhigte den Markt schnell und rechnet mit keinen nennenswerten operativen Folgen aus Asien.

Volle Bücher, gebremste Auslieferung

Das eigentliche Spannungsfeld liegt ohnehin im operativen Geschäft. Hensoldt sitzt auf einem Rekord-Auftragsbestand von rund 8,8 Milliarden Euro. Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 im vergangenen Jahr verdeutlicht das Missverhältnis: Es kommen fast doppelt so viele Bestellungen herein, wie der Konzern zeitnah abarbeiten kann. Während die Neuaufträge massiv in die Höhe schossen, wuchs der Umsatz zuletzt lediglich um knapp zehn Prozent.

Kurzfristig belasten laut Barclays-Analysten die Kosten für eine laufende SAP-Einführung die Profitabilität. Das drückt auf die Marge. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand eine bereinigte EBITDA-Rendite von maximal 19 Prozent an. J.P. Morgan sieht hier kaum Puffer für Rückschläge und senkte das Kursziel auf 85 Euro, während die Deutsche Bank mit einem Ziel von 101 Euro optimistisch bleibt.

Dividende und Branchenrückenwind

Ein positives Signal für die Aktionäre kommt von der Kapitalseite. Für die Hauptversammlung am 22. Mai schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vor. Das entspricht einer Anhebung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt im Zielkorridor der internen Ausschüttungspolitik.

Das makroökonomische Umfeld stützt die Wachstumsstory weiterhin massiv. Deutschlands Verteidigungsbudget überschreitet bald die Schwelle von 100 Milliarden Euro, und der französische Konkurrent Thales glänzte im ersten Quartal mit einem Anstieg der Rüstungsaufträge um 75 Prozent. Ob Hensoldt diesen fundamentalen Schwung in zählbare Ergebnisse ummünzen kann, klärt sich am 6. Mai mit der Vorlage des Zwischenberichts.

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