Volle Auftragsbücher, aber zu wenige Hände — das ist Hensoldts Kerndilemma. Neuaufträge sprangen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs jedoch nur um 9,6 Prozent auf knapp 2,46 Milliarden Euro. Der Konzern hat jetzt eine ungewöhnliche Antwort auf dieses Problem gefunden.
Fachkräfte aus der Automobilkrise
Mit dem Technologieunternehmen Aumovio hat Hensoldt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die bis zu 600 Beschäftigte an den süddeutschen Aumovio-Standorten Ulm, Lindau und Markdorf betrifft. Aumovio baut weltweit bis zu 4.000 Stellen ab — Hensoldt schöpft gezielt aus diesem Pool. Gesucht werden Systemingenieure, Softwareentwickler und Elektrotechniker, also genau jene Profile, die beim kriselnden Automobilzulieferer freigesetzt werden.
Die geografische Nähe der Standorte erleichtert den Übergang erheblich. Mehrere Aumovio-Werke liegen direkt in der Nähe von Hensoldt-Niederlassungen — reibungslose Wechsel sind damit keine Frage der Logistik, sondern der Geschwindigkeit.
Kein Einzelfall, sondern Strategie
Die Kooperation mit Aumovio reiht sich in ein bewusstes Muster ein. Bereits im Vorjahr holte Hensoldt Personal vom Continental-Werk in Wetzlar, das Conti schloss, sowie von Bosch in Baden-Württemberg. 2025 wurden rund 1.200 neue Mitarbeitende eingestellt; für 2026 plant das Management 1.600 weitere Einstellungen. Damit würde die Belegschaft erstmals die Marke von 10.000 Mitarbeitern überschreiten.
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Parallel fließen bis 2027 rund eine Milliarde Euro in den physischen Kapazitätsausbau. Besonders stark wachsen die Standorte Ulm, Oberkochen/Aalen und Immenstaad am Bodensee.
Nedinsco-Übernahme ergänzt den Personalaufbau
Auf der Beschaffungsseite handelte Hensoldt ebenfalls. Am 5. März 2026 unterzeichnete der Konzern die Vereinbarung zur Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco, der rund 140 Mitarbeiter an Standorten in Venlo und Eindhoven beschäftigt. Das 1921 gegründete Unternehmen produziert bereits seit zwei Jahrzehnten Teile für Hensoldt-Periskope — die Integration dürfte deshalb vergleichsweise reibungslos verlaufen. Die Transaktion wird vollständig aus eigenen Mitteln finanziert und soll Mitte 2026 abgeschlossen sein.
Mit einem Auftragsbestand von 8,83 Milliarden Euro — mehr als dem Dreifachen des Jahresumsatzes — ist das strukturelle Problem klar: Hensoldt muss Aufträge schneller in Umsatz verwandeln. Für 2026 peilt das Management einen Erlös von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent an. Am 6. Mai legt Hensoldt die Q1-Zahlen vor — dann zeigt sich erstmals, ob Personal- und Kapazitätsoffensive messbar Wirkung zeigen.
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