Hensoldt sammelt fast doppelt so viele Aufträge ein, wie der Rüstungskonzern abarbeiten kann. Parallel dazu sorgt eine Maßnahme aus Peking für Unruhe. Bei dem deutschen Unternehmen klaffen operative Stärke und geopolitische Risiken weit auseinander.
Lieferketten unter Beobachtung
China hat Hensoldt und sechs weitere EU-Firmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Peking begründet diesen Schritt mit Waffenverkäufen an Taiwan. Die Börse reagierte nervös. Aktuell notiert das Papier bei 74,32 Euro. Damit beläuft sich das Minus auf Wochensicht auf knapp fünf Prozent.
Hensoldt macht kaum direktes Geschäft in China. Das Problem liegt tiefer in den globalen Lieferketten. Der Konzern braucht Seltene Erden und Spezialkomponenten für seine Radarsysteme. Hier dominiert China den Weltmarkt.
Finanzvorstand Christian Ladurner gibt sich dennoch entspannt. Das Thema lasse ihn sehr ruhig schlafen, erklärte der Manager. Hensoldt hat sich etwa bei Germanium für Hochleistungsoptiken bis Ende 2028 vertraglich abgesichert.
Kapazitäten als Flaschenhals
Operativ steht das Unternehmen glänzend da. Der Auftragsbestand erreichte zuletzt einen Rekordwert von über 8,8 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr kletterten die Neuaufträge um 62 Prozent nach oben.
Der Umsatz wächst deutlich langsamer. Er stieg lediglich um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 zeigt das Problem. Hensoldt kann die Flut an Bestellungen nicht schnell genug abarbeiten. Diese Kapazitätsgrenze beschäftigt Investoren stark.
Fokus auf die Marge
Der kommende Monat bringt wichtige Impulse für die Aktie. Am 6. Mai präsentiert Hensoldt neue Quartalszahlen. Analysten erwarten einen deutlichen Umsatzsprung auf knapp eine halbe Milliarde Euro.
Traditionell startet der Rüstungskonzern mit roten Zahlen ins Jahr. Der Fokus liegt daher auf der Profitabilität. Investoren achten genau darauf, ob sich die bereinigte EBITDA-Marge stabilisiert. Das Management peilt für das Gesamtjahr eine Spanne zwischen 18,5 und 19 Prozent an.
Kurz darauf folgt das nächste Ereignis. Auf der Hauptversammlung am 22. Mai steht die Gewinnbeteiligung zur Abstimmung. Das Management schlägt eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vor. Aktionäre würden damit zehn Prozent mehr erhalten als im Vorjahr.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 30. April liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Hensoldt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
