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Hensoldt Aktie: Pistorius stoppt F126-Fregatten

Pistorius stoppt F126-Projekt, Hensoldt verliert an Wert. Trotz Rekordaufträgen belasten politische Unsicherheiten die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fregattenprojekt F126 wird gestoppt
  • Hensoldt Aktie verliert 3,7 Prozent
  • Auftragsbestand erreicht 9,8 Milliarden Euro
  • Charttechnisch nahe am überverkauften Bereich

Im Bundesverteidigungsministerium bahnt sich eine radikale Kehrtwende an. Boris Pistorius will offenbar das umstrittene Fregatten-Projekt F126 beenden. Für die deutsche Rüstungsindustrie bedeutet das einen massiven Einschnitt. Auch bei Hensoldt hinterlässt der Kurswechsel tiefe Spuren.

Marine-Strategie auf dem Prüfstand

Laut einem aktuellen Medienbericht stoppt der Verteidigungsminister den Bau der riesigen Kampfschiffe. Stattdessen plant die Bundeswehr nun mit acht kleineren MEKO-200-Fregatten des Herstellers TKMS. Für Hensoldt birgt das Risiken. Der Konzern liefert Radarsysteme und Verteidigungselektronik. Kleinere Schiffe erfordern völlig andere elektronische Profile als die massiven F126-Einheiten. Das zwingt den Zulieferer potenziell zu einer Neuausrichtung seiner Ausrüstungsaufträge.

Rüstungssektor unter Druck

Die politische Unsicherheit trifft auf einen nervösen Markt. Der gesamte europäische Verteidigungssektor leidet aktuell unter massiven Gewinnmitnahmen. So brach der Wettbewerber Rheinmetall am Mittwoch zeitweise zweistellig ein. Auch das Hensoldt-Papier verliert 3,70 Prozent und fällt auf 68,70 Euro.

Ein Treffen im Weißen Haus verstärkt die Eintrübung. US-Präsident Trump beriet mit führenden Rüstungskonzernen über niedrige Raketenbestände. Allerdings fehlen kurzfristige Finanzierungszusagen. Die Folge: Die Stimmung trübt sich branchenweit ein.

Auftragsbestand als Puffer

Operativ steht Hensoldt derweil solide da. Auf einer Investorenkonferenz in Baden-Baden präsentiert das Management Rekordzahlen. Der Auftragsbestand erreichte im ersten Quartal 9,8 Milliarden Euro. Parallel dazu verdoppelte das Unternehmen seinen Auftragseingang auf 1,5 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge liegt bei profitablen 8,9 Prozent.

Kritische Zone im Chart

Charttechnisch nähert sich die Aktie nun einer wichtigen Wegmarke. Mit einem RSI von 34,8 gilt das Papier als fast überverkauft. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 82,15 Euro ist deutlich angewachsen. Hält der Abwärtsdruck an, rückt das 52-Wochen-Tief bei 64,80 Euro in den direkten Fokus der Händler.

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