Ein prall gefülltes Auftragsbuch nützt wenig, wenn die Produktion nicht hinterherkommt. Genau dieses Dilemma prägt derzeit die Lage beim Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt kurz vor der Veröffentlichung des geprüften Jahresabschlusses. Um den massiven Engpass bei der Abarbeitung aufzulösen, greift das Management nun zu einer unkonventionellen Rekrutierungsstrategie.
Die Schere zwischen Auftrag und Umsatz
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sprangen die Neuaufträge um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro nach oben. Der gesamte Auftragsbestand schwoll damit auf 8,83 Milliarden Euro an – mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes. Die tatsächlichen Erlöse kletterten jedoch lediglich um 9,6 Prozent auf knapp 2,46 Milliarden Euro. Fehlende elektronische Bauteile und ein eklatanter Fachkräftemangel bremsen die Auslieferungen spürbar.
Diese Diskrepanz spiegelt sich auch an der Börse wider. Am Dienstag rutschte der Kurs um gut vier Prozent auf 71,35 Euro ab und baute den Verlust der vergangenen sieben Tage auf rund 13 Prozent aus. Die anfängliche Euphorie über die vollen Auftragsbücher ist der nüchternen Frage nach der operativen Umsetzung gewichen.
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Auto-Fachkräfte für die Rüstung
Um die Kapazitäten hochzufahren, bedient sich das Unternehmen nun beim kriselnden Automobilsektor. Mitte März schloss Hensoldt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Technologieunternehmen Aumovio, einer Ausgründung der Continental AG. Während Aumovio an Standorten wie Ulm, Lindau und Markdorf Stellen abbaut, sucht der Rüstungszulieferer händeringend Systemingenieure und Softwareentwickler.
Insgesamt plant das Management für das laufende Jahr rund 1.600 Neueinstellungen. Damit würde die Belegschaft bis Ende 2026 erstmals die Marke von 10.000 Mitarbeitern überschreiten. Intern läuft diese Phase des Kapazitätsausbaus unter dem Motto „Deliver and Scale“.
Der Blick nach vorn
Der am Donnerstag anstehende Jahresbericht liefert die finalen Details zur vorgeschlagenen Dividende von 0,55 Euro je Aktie und dem mittelfristigen Ausblick. Für 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 18,5 bis 19 Prozent an – ein Zielwert, der Analysten zuletzt eher enttäuschte. Die nächste echte Bewährungsprobe folgt bereits am 6. Mai. Dann müssen die Zahlen für das erste Quartal belegen, ob die neuen Fachkräfte und die erweiterten Produktionskapazitäten die Auslieferungen bereits spürbar beschleunigen.
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