Die Gewinnwarnung und Prognosesenkung von Rheinmetall belasteten gestern laut dpa-AFX die gesamte Rüstungsbranche, darunter Hensoldt. Die Hensoldt-Aktie verlor 3,8%. Medienberichten zufolge hatten bereits nach den Neunmonatszahlen eine Prognoseanhebung unter den hohen Markterwartungen und die sektorweite Schwäche europäischer Rüstungswerte Druck auf das Papier ausgeübt.
Unterschiedliche Bewertungen nach den Zahlen
Die LBBW senkte gestern Medienberichten zufolge ihr Kursziel für Hensoldt von 100 auf 85 Euro und bestätigte die Einstufung „Halten“. Die Zielsenkung fiel damit auf den schwachen Handelstag; als Ursache der Kursverluste ist sie jedoch nicht belegt.
Jefferies hatte Hensoldt am Donnerstag nach den Quartalszahlen bei „Buy“ mit einem Kursziel von 98 Euro belassen. Analyst Ben Brown schrieb, der Umsatz und das bereinigte EBITDA hätten die Konsensschätzungen übertroffen. Damit fiel seine Bewertung der Ergebniszahlen positiv aus.
Hoher Auftragsbestand als operativer Kontext
Hensoldt meldete am Donnerstag für die ersten neun Monate 2026 einen Umsatz von 1.863 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte nach Unternehmensangaben 281 Millionen Euro.
Der Auftragseingang belief sich auf 3.564 Millionen Euro, der Auftragsbestand auf 10.367 Millionen Euro. Für das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz erwartet Hensoldt das obere Ende der bisherigen Spanne von rund 1,5 bis 2,0.
Die am Donnerstag konkretisierte Umsatzprognose für 2026 liegt bei rund 2.800 Millionen Euro. Bei der bereinigten EBITDA-Marge rechnet das Unternehmen mit rund 19,0 %. Der Medienbericht zum Kursdruck ordnete diese Prognoseanhebung als schwächer ein, als es die hohen Markterwartungen verlangt hätten.
Als nächster angekündigter Unternehmenstermin folgt am 10. November 2026 der Kapitalmarkttag von Hensoldt in London.
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