Das Fregattenprogramm F126 ist Geschichte. Für Hensoldt geht es jetzt um die entscheidende Frage: Was passiert mit dem noch nicht abgearbeiteten Teil des Auftrags?
Abwicklung offen, Radar-Expertise bleibt
Das Bundesverteidigungsministerium hat entschieden, F126 nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen soll — vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses — die Fregatte vom Typ MEKO A-200 beschafft werden. Hensoldt wurde als Unterauftragnehmer entsprechend informiert.
Der Gesamtauftragswert für Hensoldt lag bei gut 200 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel davon hat das Unternehmen bereits als Umsatz realisiert. Für 2026 standen aus dem Programm noch Erlöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich im Plan.
Hensoldt prüft derzeit, wie sich der Programmstopp konkret auf den eigenen Lieferumfang auswirkt. Das weitere Vorgehen stimmt das Unternehmen eng mit Vertragspartner Thales Netherlands ab.
TRS-4D ist kein Auslaufmodell
Hensoldt liefert für F126 das Marineradar TRS-4D. Wichtig für die Einordnung: Das System ist kein Einzelprodukt für F126. Die TRS-4D-Familie läuft bereits auf der Fregatte F125 und der Korvette K130 der Deutschen Marine. International hat Brasilien die Technologie für seine Tamandaré-Fregatten bestellt.
Das begrenzt das Sonderrisiko. Ein gestopptes Programm bedeutet nicht, dass das Radar-Geschäft wegbricht. Die Plattform bleibt nachgefragt — national wie international.
Prognose vorerst stabil, Halbjahreszahlen entscheidend
Auf Basis der aktuellen Informationen erwartet Hensoldt keine Auswirkungen auf die kurz- oder mittelfristige Prognose. Das Unternehmen hält an seinem Umsatzziel von rund 2,750 Milliarden Euro für 2026 fest. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 18,5 und 19,0 Prozent liegen.
Operativ war der Jahresstart stark. Der Auftragseingang lag im ersten Quartal bei 1,483 Milliarden Euro — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand erreichte 9,801 Milliarden Euro.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 67,74 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von rund 19 Prozent, seit Jahresanfang liegt das Papier gut 11 Prozent im Minus. Der Kurs notiert damit rund 17 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts.
Klarheit über die vertragliche Behandlung des F126-Restvolumens könnte am 31. Juli kommen — wenn Hensoldt den Halbjahresfinanzbericht vorlegt.
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