Hensoldt rückt auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris in den Fokus. Der Elektronik-Konzern baut seine Rolle in der europäischen Luftverteidigung aus. Eine neue Partnerschaft mit dem ukrainischen Unternehmen Fire Point soll ein modernes System zur Abwehr ballistischer Raketen hervorbringen.
Radar-Technik für Freyja
Im Zentrum der Kooperation steht das bodengestützte Luftverteidigungssystem Freyja. Hensoldt liefert dafür sein leistungsstarkes TRML-4D-Radar und unterstützt die Integration. Dieses System basiert auf modernster AESA-Technologie. Es erkennt und verfolgt rund 1.500 Luftziele auf eine Entfernung von bis zu 250 Kilometern. Fire Point übernimmt die Gesamtarchitektur. Das ukrainische Unternehmen steuert die FP-7-Abfangraketen, Steuerungssysteme sowie die Startgeräte bei.
Fehlende Zahlen bremsen Kurs
Am Markt verpuffte die Nachricht. Die Aktie rutschte am Dienstag um rund 1,5 Prozent auf 70,66 Euro ab. Der Grund: Es handelt sich bisher nur um eine unverbindliche Absichtserklärung. Ein bezifferter Großauftrag fehlt komplett. Hensoldt nennt weder geplante Stückzahlen noch einen Zeitplan für mögliche Lieferungen.
Ohne diese Eckdaten liefert die Kooperation keinen direkten finanziellen Beitrag. Umsatz, Marge und Auftragseingang bleiben vorerst unberührt. Das erklärt die verhaltene Reaktion der Börse.
Strategisches Signal
Die Vereinbarung stärkt die Position im Radar-Geschäft. Hensoldt untermauert seinen Anspruch bei der bodengestützten Luftverteidigung in Europa. Bilanziell greifbar wird die Freyja-Kooperation allerdings erst nach einem verbindlichen Vertragsabschluss. Solange keine konkreten Bestellungen mit Lieferplan und Zahlungsprofil vorliegen, bringt der Pakt noch keine neuen Umsätze.
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