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Hensoldt Aktie: Free Cashflow im Q1 negativ

Hensoldt verdoppelt Auftragseingang, doch der Free Cashflow sinkt. Analysten sehen trotzdem deutliches Kurspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragseingang auf 1,48 Mrd. Euro verdoppelt
  • Free Cashflow bricht im ersten Quartal ein
  • Milliardeninvestitionen in Kapazitätsausbau geplant
  • Analystenkonsens sieht Kurspotenzial von 20 Prozent

Auftragseingang verdoppelt, Umsatz springt um ein Viertel — und trotzdem liegt die Aktie rund 35 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Bei Hensoldt klaffen operative Stärke und Börsenstimmung derzeit weit auseinander.

Der Kern des Problems ist der Free Cashflow. Im ersten Quartal 2026 rutschte er ins Negative. Die Free-Cashflow-Conversion fiel auf rund 40 Prozent, nach 77 Prozent im Vorjahr. Weniger Kundenanzahlungen und höhere Investitionen fressen die Barmittel auf.

Milliarden fließen in den Kapazitätsausbau

Der Druck ist gewollt. Für den Zeitraum 2025 bis 2027 hat Hensoldt rund eine Milliarde Euro an Investitionsausgaben eingeplant — primär für den Ausbau deutscher Produktionskapazitäten. 2026 sollen rund 1.600 neue Stellen entstehen.

Parallel dazu hat der Konzern eine Vereinbarung zur Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco unterzeichnet. Die Transaktion soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Finanziert wird sie vollständig aus vorhandenen Mitteln. Nedinsco bringt Kompetenzen in Elektronik, Bildverarbeitung und Rapid Prototyping mit und soll anschließend ins Hensoldt-Optroniksegment integriert werden.

Operative Zahlen bleiben stark

Das Kerngeschäft sendet klare Signale. Der Auftragseingang verdoppelte sich im ersten Quartal auf 1,48 Milliarden Euro, angetrieben durch Großaufträge für die Plattformen Puma und Schakal. Das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte auf 3,0 — ein außergewöhnlich hoher Wert, der jahrelange Auslastung signalisiert.

Der Quartalsumsatz stieg um 25 Prozent auf 496 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf 44 Millionen Euro, die Marge auf 8,9 Prozent. An der Jahresprognose hält das Management fest: rund 2,75 Milliarden Euro Umsatz und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent.

Der Analystenkonsens aus 15 Einschätzungen lautet „Outperform“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 90,70 Euro — J.P. Morgan ist mit 85 Euro am vorsichtigsten, die Deutsche Bank mit 101 Euro am optimistischsten. Zum aktuellen Kurs von 75,10 Euro, der sich seit Jahresanfang kaum verändert hat, impliziert der Konsens deutliches Aufwärtspotenzial.

Hauptversammlung und Kanada-Entscheidung als nächste Wegmarken

Am 22. Mai steht die Hauptversammlung an. Zur Abstimmung kommt eine vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie.

Mittelfristig könnte ein internationaler Großauftrag das Bild verschieben. In Kanada fällt im ersten Halbjahr eine Entscheidung über ein U-Boot-Programm mit einem Gesamtvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro — für Sensorlieferanten wie Hensoldt ein potenziell bedeutsamer Langzeitauftrag. Am 31. Juli folgt der Halbjahresbericht. Dann wird sich zeigen, ob der Free Cashflow die Wende schafft und die operative Stärke auch in der Bilanz ankommt.

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