Für Hensoldt greift zum Wochenstart eine technische Zäsur. Der Rüstungselektronik-Konzern verliert heute seinen Platz in zwei europäischen Segmentindizes. Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren, an der Börse dominiert hingegen Skepsis.
Streichung ohne operativen Grund
Die Index-Tochter der Deutschen Börse streicht das Unternehmen aus zwei Barometern. Konkret verlässt Hensoldt den STOXX Europe 600 Optimised Cyclicals. Parallel dazu entfällt die Notierung im Segment für Industriegüter und Dienstleistungen. Diese turnusmäßige Anpassung tritt am heutigen Montag in Kraft. Eine fundamentale Begründung für diesen Schritt existiert nicht.
Die Änderung trifft auf ein charttechnisch angeschlagenes Papier. Am Freitag schloss die Aktie bei 72,52 Euro. Im vergangenen Monat verlor der Titel fast ein Fünftel an Wert. Der Kurs notiert damit spürbar unter der wichtigen 200-Tage-Linie.
Volle Auftragsbücher
Die operative Entwicklung steht im starken Kontrast zur Kursperformance. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern einen Auftragseingang von knapp 1,5 Milliarden Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der gesamte Auftragsbestand kletterte auf 9,8 Milliarden Euro.
Das Management hält entsprechend an der Jahresprognose fest. Der Umsatz soll im laufenden Jahr rund 2,75 Milliarden Euro erreichen. Die angestrebte operative Marge liegt bei knapp 19 Prozent. Anfang Juni hob der Vorstand außerdem die Erwartung für den freien Cashflow an. Er soll nun die Hälfte des operativen Ergebnisses ausmachen.
Dichter Terminkalender
Das Management präsentiert sich in dieser Woche intensiv dem Kapitalmarkt. Auf Konferenzen in London, Mailand und Baden-Baden trifft der Vorstand ab heute auf Investoren. Die nächsten harten operativen Fakten folgen in wenigen Wochen. Am 31. Juli legt Hensoldt den Halbjahresbericht vor.
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