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Symbolbild, KI-generiert

Hensoldt Aktie: Auftragsbestand verdoppelt auf 10 Milliarden

Hensoldt verzeichnet verdoppelten Auftragseingang und Rekordbestand von über 10 Milliarden Euro. Der Rüstungskonzern profitiert von neuen Bundeswehr-Aufträgen und einem positiven Analystenvotum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragsbestand erreicht Rekordhöhe
  • Umsatz wächst um 22 Prozent
  • Deutsche Bank erhöht Kursziel
  • Kooperation mit Bosch vereinbart

Der Verteidigungselektronik-Konzern Hensoldt bleibt der Taktgeber im deutschen Rüstungssektor. Am Freitag legte die Aktie um 3,6 Prozent zu und profitierte von einer branchenweiten Rally, nachdem Wettbewerber TKMS wegen starker Auftragsprognosen ein Rekordhoch markiert hatte. Der eigentliche Treiber für Hensoldt liegt jedoch tiefer: eine Serie bestätigter Aufträge und Rekordzahlen, die sich seit Anfang August aufgebaut hat.

Auftragsbestand verdoppelt sich

Am 11. August meldete Hensoldt im Rahmen eines Geschäfts-Updates, dass sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 verdoppelt hat. Der Auftragsbestand kletterte dadurch auf einen Rekordwert von über 10 Milliarden Euro.

Nur drei Tage zuvor hatte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) den Serienauftrag für Ausrüstungssätze der „Joint Fire Support Teams“ erteilt. Das erste Los umfasst über 100 Systeme, mit einer Option auf insgesamt mehr als 600 Einheiten.

Am selben Tag beauftragte das BAAINBw Hensoldt zusätzlich mit der Entwicklung eines optischen Detektionssystems namens „ODAEON“, das feindliche Aufklärungssysteme automatisiert erfassen soll.

Der Auftragswert für diesen Technologiedemonstrator liegt bei 17,6 Millionen Euro, die Laufzeit reicht bis Ende 2026. Parallel dazu unterzeichneten Hensoldt und Bosch eine Kooperationsvereinbarung zur Gründung eines Kompetenzzentrums für „Software-Defined Defence“ in Leinfelden bei Stuttgart.

Dort sollen rund 300 Stellen für Fachkräfte aus der Automobil- und Softwarebranche entstehen – ein Signal dafür, dass Hensoldt gezielt Know-how aus angrenzenden Industrien einbindet.

Zahlen bestätigen den Trend

Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal untermauern die operative Dynamik. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22,22 Prozent auf 671,0 Millionen Euro, nach 549,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von minus 0,10 Euro auf plus 0,07 Euro. Diese Kombination aus Umsatzwachstum und zurückkehrender Profitabilität dürfte maßgeblich zur jüngsten Kursstärke beigetragen haben.

Am 13. August reagierte die Deutsche Bank auf diese Entwicklung: Analyst Christophe Menard hob das Kursziel für Hensoldt von 101 auf 105 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Als Begründung nannte er die dynamische Auftragslage sowie die soliden Halbjahreszahlen.

Bewertung nähert sich Rekordniveau

Der Aktienkurs hat diese Nachrichtenserie deutlich eingepreist. Binnen 30 Tagen legte das Papier um 30 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ebenfalls ein Plus von 30 Prozent zu Buche.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 117,70 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, ist die Aktie mit dem Freitagsschluss von 95,72 Euro noch 19 Prozent entfernt. Zeitgleich sorgte am 12. August eine Stimmrechtsmitteilung nach § 40 Abs. 1 WpHG für Bewegung bei den bedeutenden Anteilseignern des Unternehmens.

Die nächste Bewährungsprobe steht mit der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 an, die für den 5. November angesetzt ist. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob sich die Auftragsdynamik in weiteren Vertragsabschlüssen fortsetzt – und ob die operative Marge mit dem Umsatzwachstum Schritt hält.

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