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Hensoldt Aktie: Analysten spalten sich bei 62 bis 94 Euro

Rüstungskonzern Hensoldt verdoppelt Auftragseingang, verfehlt aber knapp das EBITDA-Ziel. Analysten streiten über Kursziele zwischen 62 und 94 Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie erholt sich um 7,8 Prozent
  • Auftragseingang verdoppelt auf 2,81 Mrd. Euro
  • EBITDA verfehlt Erwartungen leicht
  • Kursziele zwischen 62 und 94 Euro

Rekordauftragseingang auf der einen Seite, ein verfehltes Ergebnisziel auf der anderen. Bei Hensoldt driften Kurs und Analystenmeinungen aktuell weit auseinander. Nach dem Rückschlag durch die Halbjahreszahlen kämpft sich die Aktie zurück – doch die Bewertungen der Banken könnten unterschiedlicher kaum sein.

Kräftige Erholung nach dem Rücksetzer

Die Hensoldt-Aktie schloss am Montag bei 86,20 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 7,80 Prozent. Der Kurs macht damit einen Teil der Verluste wett, die nach der Vorlage der Halbjahreszahlen entstanden waren.

Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 17,44 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 115,10 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen aber noch 25,11 Prozent. Der Rüstungselektronik-Konzern bleibt damit trotz der jüngsten Rally deutlich unter seinem Höchststand.

Auftragsboom trifft auf Margendruck

Auslöser der Kursschwankungen waren die Zahlen vom 31. Juli. Der Auftragseingang verdoppelte sich im ersten Halbjahr auf 2,81 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 1,41 Milliarden Euro – die Markterwartung von rund 1,23 Milliarden Euro wurde damit deutlich übertroffen.

Beim bereinigten EBITDA reichte es dagegen nicht ganz. Hensoldt erzielte 137 Millionen Euro nach 107 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit 139 Millionen Euro gerechnet, die Marge verbesserte sich dennoch leicht.

Für das laufende Geschäftsjahr hält der Vorstand an seiner Umsatzprognose von rund 2,75 Milliarden Euro fest.

Banken zwischen Kaufen und Verkaufen

Nach den Zahlen zeigt sich unter den Analysten kein einheitliches Bild. JPMorgan-Analyst David Perry bleibt bei Neutral. Er bezeichnet Hensoldt als das am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen in seinem Analyseuniversum und sieht bei anderen deutschen Werten mehr Potenzial.

Deutlich optimistischer positionieren sich mehrere Häuser:

  • Bank of America bestätigt Kaufen mit Kursziel 92,50 Euro und hebt die 2026er Umsatz- und EBIT-Prognosen um knapp 2 Prozent an.
  • Jefferies bekräftigt Kaufen mit Kursziel 94 Euro und sieht im Auftragsbestand den zentralen Werttreiber.
  • DZ Bank bestätigt Kaufen und bewertet das zweite Quartal als über den Erwartungen liegend.
  • Warburg Research stuft die Aktie ebenfalls mit Kaufen ein.

Ein Analyst schlägt einen komplett anderen Ton an. Er bekräftigt seine Verkaufsempfehlung mit Kursziel 62 Euro. Sein Argument: Der Markt preise bereits ein sehr langfristiges Wachstumsszenario ein, das sich kaum rechtfertigen lasse.

Diese Kluft zwischen 62 und 94 Euro Kursziel zeigt, wie unterschiedlich die Häuser das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit einschätzen. Während die einen den Rekordauftragsbestand von über 10 Milliarden Euro als Kaufargument werten, sehen andere die Bewertung bereits als ausgereizt.

Wie sich die Aktie in den kommenden Wochen entwickelt, dürfte davon abhängen, welche dieser beiden Lesarten sich am Markt durchsetzt. Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob die Erholung Bestand hat oder die Skeptiker um das 62-Euro-Kursziel recht behalten.

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Diskussion zu Hensoldt

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.