Thales meldet 27 Prozent mehr Auftragseingang im ersten Quartal 2026 — der Verteidigungsbereich legte sogar um 75 Prozent zu. Für Hensoldt blieb davon wenig übrig. Die Aktie notiert bei 74,12 Euro und liegt damit rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Nachfrage läuft der Lieferfähigkeit davon
Das Grundproblem ist strukturell. Hensoldt verbuchte 2025 einen Auftragsanstieg von 62 Prozent, der Umsatz wuchs aber nur um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 macht das Missverhältnis sichtbar: Fast doppelt so viele Aufträge kommen herein, wie das Unternehmen abarbeiten kann. Das Auftragsbuch ist auf 8,8 Milliarden Euro angewachsen — ein imposanter Wert, der aber nur Potenzial beschreibt, kein Ergebnis.
Für 2026 plant das Management Erlöse von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von bis zu 19 Prozent. Ob das realistisch ist, hängt davon ab, wie schnell die laufenden Kapazitätsinvestitionen greifen.
Investitionen auf breiter Front
Bis 2027 fließt rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau — neue Produktionsstandorte, die Integration der niederländischen Nedinsco, eine laufende SAP-Implementierung. Das bindet Kapital und belastet kurzfristig die Margen.
Auf der Lieferkettenseite hat Hensoldt vorgesorgt. Mit United Monolithic Semiconductors wurde eine mehrjährige Liefervereinbarung für Gallium-Nitrid-Halbleiterbausteine geschlossen — bis 2030 sollen 900.000 Einheiten geliefert werden. Die Bauteile kommen in Sende- und Empfangsmodulen moderner Radarsysteme zum Einsatz, unter anderem in der Spexer-Radarfamilie, die in Luftverteidigungssystemen wie Skyranger und IRIS-T verbaut wird.
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Beim Personalaufbau geht Hensoldt einen ungewöhnlichen Weg: Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Technologieunternehmen Aumovio soll Beschäftigten aus der Automobilindustrie den Wechsel erleichtern — betroffen sind bis zu 600 Mitarbeitende an den Standorten Ulm, Lindau und Markdorf. Nach rund 1.200 Neueinstellungen 2025 plant das Unternehmen für 2026 weitere 1.600 Stellen, vorwiegend in Deutschland.
Q1-Zahlen als erster Belastungstest
Der strukturelle Rückenwind ist real. Deutschlands Verteidigungsbudget soll 2026 die 108-Milliarden-Euro-Marke überschreiten, das europäische SAFE-Programm umfasst 150 Milliarden Euro. Thales führt die hohe Nachfrage explizit auf geopolitische Spannungen zurück, die den Bedarf an Luftüberwachung, Flugabwehr und maritimer Minenabwehr antreiben.
Wie viel davon bei Hensoldt ankommt, zeigen die Q1-Zahlen — sie erscheinen noch im Mai. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 493 Millionen Euro, ein Plus von knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie wird ein Verlust von etwa 0,16 Euro erwartet, nach minus 0,26 Euro im Vorjahreszeitraum. Drei Wochen später, auf der Hauptversammlung am 22. Mai, steht eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie zur Abstimmung — zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Q1-Zahlen liefern den ersten harten Datenpunkt dafür, ob die Investitionen bereits messbar auf den Umsatz durchschlagen.
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