Hensoldt geht in die Offensive. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris rückt der Konzern ab Montag seine Software-Kompetenz in den Fokus. Das Timing ist entscheidend. Die Aktie rutschte am Freitag spürbar ab und braucht nun neue Impulse.
Fokus auf Vernetzung und KI
Im Zentrum des Pariser Messeauftritts steht das neue Battle Lab. Hensoldt zeigt dort live die Vernetzung von Sensoren und Führungsebenen. Rüstungselektronik wird zunehmend softwaregetrieben. Der Konzern will beweisen, dass er Daten aus verschiedenen Quellen zu einem klaren Lagebild zusammenführen kann.
Parallel dazu präsentiert das Unternehmen Radarsysteme wie das TRML-4D zur Luftverteidigung. Auch die elektronische Kampfführung spielt eine Hauptrolle. Das System TAERVUS nutzt integrierte künstliche Intelligenz. Damit analysiert es gegnerische Signale und leitet halbautomatisch Störmaßnahmen ein.
Charttechnik trifft auf volle Auftragsbücher
An der Börse zeigten sich Anleger zuletzt nervös. Die Aktie verlor am Freitag 5,22 Prozent und schloss bei 75,50 Euro. Damit rutschte der Kurs deutlich unter die viel beachtete 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 83,17 Euro.
Operativ läuft es deutlich besser. Im ersten Quartal verdoppelte sich der Auftragseingang auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf gewaltige 9,8 Milliarden Euro an. Die Nachfrage nach Rüstungselektronik bleibt ungebrochen hoch.
Das Management hält entsprechend an seinen Jahreszielen fest. Der Umsatz soll auf rund 2,75 Milliarden Euro steigen. Anfang Juni hob der Vorstand sogar die Prognose für den freien Cashflow an. Nun rechnet Hensoldt mit einer Umwandlungsrate von 50 Prozent des operativen Gewinns.
Konkrete Neuaufträge nannte Hensoldt im Vorfeld der Messe nicht. Die Marktreaktion in dieser Woche hängt stark von möglichen Kooperationen in Paris ab. Spätestens am 31. Juli 2026 müssen harte Zahlen folgen. Dann präsentiert der Konzern seinen Halbjahresbericht.
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