Hellofresh nähert sich gefährlich seinem Jahrestief von 3,48 Euro. Während das operative Geschäft mit Fertiggerichten wächst, ziehen sich Anleger massenhaft aus dem Kochbox-Pionier zurück. Die kommende Woche könnte zur Zerreißprobe für das psychologische Kursniveau werden.
Der Kurs rutschte zuletzt unter die 50-Tage-Linie bei 4,15 Euro. Damit vergrößerte sich der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt auf über 27 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 37 Prozent an Wert verloren.
Bewertung und Wachstumsstrategie
Trotz der Kursverluste zeigt die fundamentale Bewertung ein anderes Bild. Das Unternehmen wird derzeit mit einem EV/EBITDA-Verhältnis von unter 2,0 gehandelt. Basis dafür ist die Prognose für 2026 mit einem operativen Ergebnis von bis zu 425 Millionen Euro.
Das Management setzt verstärkt auf Fertiggerichte der Marke Factor. Außerhalb der USA wuchs dieser Bereich zuletzt zweistellig. Um die europäische Nachfrage zu bedienen, baute Hellofresh im Mai die Kapazitäten am Standort Verden massiv aus.
Gespaltene Analystenlager
Die Einschätzungen der Experten klaffen weit auseinander. Während skeptische Stimmen ein Potenzial von lediglich 3,30 Euro sehen, rufen optimistische Häuser Kursziele von über 9,00 Euro aus. In der kommenden Woche dürften vor allem die Stimmung im SDAX den Kursverlauf bestimmen.
Anleger blicken nun auf die Marke von 3,50 Euro. Sollte diese Unterstützung fallen, droht neuer Verkaufsdruck. Ein erstes Entspannungssignal wäre erst eine Rückkehr über die 4-Euro-Marke, bevor im August die neuen Quartalszahlen folgen.
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