Der wichtigste Messeauftritt des Jahres rückt näher, ausgerechnet jetzt bricht der zentrale Hardware-Partner weg. Heidelberger Druckmaschinen muss auf der Fachmesse „interpack“ in Düsseldorf beweisen, dass die ambitionierte Verpackungsstrategie auch im Alleingang funktioniert. Das Vorzeige-Projekt wird zum ungeplanten Härtetest für den Maschinenbauer.
Ungeplanter Alleingang beim Cartonmaster
Das Herzstück der neuen Ausrichtung heißt Cartonmaster CX 145. Das Drucksystem für Faltschachteln und Verpackungen basiert eigentlich auf der Hardware von Manroland Sheetfed. Der Partner hat allerdings ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Statt das Projekt zu stoppen, übernimmt Heidelberg nun die volle Kontrolle. Vertrieb, Service und die digitale Integration über das hauseigene Prinect-System laufen ab sofort in Eigenregie.
Auf der interpack im Mai präsentiert das Unternehmen den Cartonmaster erstmals der Öffentlichkeit. Die versprochenen Leistungsdaten sind hoch: 90 Prozent Maschinenverfügbarkeit und Druckgeschwindigkeiten von bis zu 600 Metern pro Minute. Parallel dazu feiert ein neues Flexodruck-System seine Weltpremiere. Der Auftritt in Düsseldorf belegt, ob Heidelberg die Rolle als Systemintegrator ohne verlässlichen Hardware-Lieferanten überzeugend ausfüllen kann.
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Wachstumsmarkt trifft auf Margendruck
Der strategische Fokus auf den Verpackungsdruck folgt einer klaren Logik. Wachsende Schwellenländer und strengere Umweltauflagen treiben die Nachfrage nach Karton- und Papierverpackungen an. Dieses Segment wächst deutlich stabiler als das klassische Werbedruck-Geschäft. Erste nennenswerte Umsatzbeiträge erwartet das Management allerdings frühestens im zweiten Halbjahr 2026. Indes belasten geopolitischer Gegenwind, ein ungünstiger Produktmix und hohe Startkosten für die neuen Geschäftsfelder die Margen.
Die Börse reagiert auf diesen Umbruch mit massiver Volatilität. Nach einem jüngsten Kurssprung notiert die Aktie bei rund 1,49 Euro, bleibt aber weit vom bisherigen Jahreshoch entfernt. Am 10. Juni legt Heidelberg die endgültigen Jahreszahlen vor. Dann muss der Vorstand belegen, dass das Kerngeschäft die teure Transformation finanzieren kann und der Cartonmaster-Alleingang kommerziell tragfähig ist. Für die Hauptversammlung am 23. Juli preist der Markt bereits eine Nullrunde bei der Dividende ein.
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