Während die Jahreszahlen enttäuschen, bereitet Heidelberger Druckmaschinen die nächste Bühne vor. Auf der interpack in Düsseldorf feiert ein neues Flexodruck-System ab dem 7. Mai seine Weltpremiere — ein gezielter Schritt in Richtung Verpackungsdruck, dem stabileren Gegengewicht zum stagnierenden Werbedruck-Geschäft.
Marge verfehlt, Umsatz gerettet
Das Umfeld für den Messeauftritt ist belastet. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/2026 reißt Heidelberg die eigene Prognose: Die bereinigte EBITDA-Marge liegt vorläufig bei rund 6,6 Prozent — statt einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 7,1 Prozent.
Mehrere Faktoren trafen gleichzeitig ein. Der Iran-Konflikt Ende Februar bremste die Investitionsbereitschaft der Kunden abrupt. Hinzu kamen ein ungünstiger Produktmix im Schlussquartal und belastende Währungseffekte. Die vorgezogenen Investitionen ins Defense-Geschäft fraßen sich zusätzlich in die operative Marge.
Auf der Erlösseite sieht es besser aus. Das Umsatzziel erreicht Heidelberg währungsbereinigt, der Auftragseingang setzt den Trend der Vorjahresquartale fort. Auf der Expoprint in São Paulo erzielte das Unternehmen im März ein Auftragsvolumen von über 30 Millionen Euro — mehr als erwartet.
Partner in der Krise, Produkt trotzdem live
Ein weiteres Problem: Kooperationspartner Manroland Sheetfed befindet sich seit dem 3. März im Schutzschirmverfahren. Heidelberg hält dennoch am gemeinsam entwickelten Cartonmaster fest. Vertrieb, digitale Integration und Service übernimmt der Konzern nun selbst — über sein Prinect-Workflow-System.
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Das ist kein kleiner Schritt. Der Alleingang bindet Ressourcen, schafft aber auch Unabhängigkeit in einem Produktsegment, das Heidelberg strategisch für wichtig hält.
Vorstand bleibt, Zahlen kommen
Der Aufsichtsrat setzt auf Kontinuität. Die Verträge von CEO Jürgen Otto und Vertriebsvorstand David Schmedding wurden vorzeitig verlängert. Otto bleibt bis Juli 2029, Schmedding bis Juni 2031.
Am 10. Juni legt Heidelberg die vollständigen Jahreszahlen vor. Bis dahin nutzt das Unternehmen die interpack, um mit einer konkreten Produktneuheit das Narrativ im Verpackungsdruck zu setzen. Nennenswerter Umsatz aus dem Rüstungssegment fließt frühestens ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/2027 — die Kernsparte muss die Aufbaukosten also noch eine Weile alleine tragen.
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