Der Umsatz bleibt stabil, aber die Gewinne schrumpfen. Heidelberger Druckmaschinen spürt die Zurückhaltung der Kunden. Das Management reagiert nun mit harten Einschnitten. Die Produktion wandert teilweise ins Ausland.
Margendruck erzwingt Verlagerung
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hielt der Maschinenbauer den Erlös konstant. Die bereinigte EBITDA-Marge fiel allerdings von 7,1 auf 6,6 Prozent. Ein ungünstiger Produktmix und Währungseffekte belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen hohe Startkosten im neuen Verteidigungsbereich.
Als Reaktion verlagert der Konzern die Fertigung der Speedmaster komplett nach China. Ein neuer Standort in Nordmazedonien soll weitere Kosten senken. Parallel dazu baut das Unternehmen an deutschen Standorten Stellen ab. Das Ziel: Die operative Marge soll spürbar steigen und die Marke von sieben Prozent knacken.
Analysten heben Ziele an
Am Markt kommen die Sparpläne gut an. Auf Wochensicht kletterte die Aktie um fast 15 Prozent auf aktuell 1,58 Euro. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von gut 22 Prozent auf der Anzeigetafel.
Auch Analysten passen ihre Modelle an. Warburg Research hob das Kursziel kürzlich von 1,40 auf 1,60 Euro an. Das Votum bleibt vorerst auf „Hold“. Analyst Stefan Augustin bewertet die geplanten Margenverbesserungen positiv.
Der breitere Konsens fällt optimistischer aus. Von fünf befragten Experten raten drei zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,25 Euro.
Hauptversammlung ohne Dividende
Für die kommenden Wochen steht die ordentliche Hauptversammlung im Kalender. Das Treffen findet rein virtuell statt. Eine Dividende zahlt Heidelberger Druckmaschinen auch dieses Jahr nicht.
Charttechnisch richtet sich der Fokus nun auf den 200-Tage-Durchschnitt. Diese wichtige Hürde verläuft aktuell bei 1,75 Euro. Gelingt der Ausbruch darüber, etabliert die Aktie einen neuen Aufwärtstrend.
