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Heidelberger Druck: Konferenz am 22. Juni

Heidelberger Druckmaschinen steht vor einem entscheidenden Konferenzauftritt. Anleger erwarten konkrete Fortschritte bei der Transformation zum Rüstungszulieferer.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Konferenzauftritt als wichtiger Stimmungstest
  • Nulldividende nach negativem Cashflow
  • Aufbau der Rüstungssparte läuft an
  • Analysten sehen unterschiedliche Kurspotenziale

Umbau, Nulldividende, Rüstungspivot — Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten in einer der radikalsten Transformationen seiner Geschichte. Am Montag muss das Management erstmals seit der Jahresbilanz konkrete Belege liefern.

Konferenzauftritt als erster Test

Am 22. Juni präsentiert der Vorstand auf der Industrial Technology-Konferenz von mwb research. Im Mittelpunkt: die operative Umsetzung der neuen Verteidigungsstrategie. Anleger wollen wissen, ob aus dem Narrativ endlich Zahlen werden.

Die Aktie notiert bei 1,52 Euro — ein Jahresminus von rund 25 Prozent. Der 30-Tage-Rebound von knapp neun Prozent zeigt zumindest, dass das Papier nicht im freien Fall ist.

Nulldividende und negativer Cashflow

Die Jahreszahlen für 2025/26 sind offiziell bestätigt. Der Umsatz lag stabil bei 2,29 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdreifachte sich auf 15 Millionen Euro — gegenüber fünf Millionen im Vorjahr.

Das klingt besser als es ist. Der freie Cashflow rutschte auf minus 19 Millionen Euro. Restrukturierungsauszahlungen und Investitionen in neue Technologien fraßen die Gewinne auf. Auf der virtuellen Hauptversammlung am 23. Juli steht deshalb eine Nulldividende zur Abstimmung. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 6,6 Prozent — für 2026/27 peilt das Management mindestens sieben Prozent an.

Druckmaschinen raus, Drohnen rein

Der Umbau ist tiefgreifend. Heidelberger verlagert die Fertigung eines wichtigen Speedmaster-Modells komplett nach China. Ein neuer Produktionsstandort entsteht in Nordmazedonien. In Deutschland schloss das Unternehmen bereits über 550 Aufhebungsverträge.

Parallel baut Heidelberger die neue Tochter HD Advanced Technologies GmbH auf. Dort laufen in Brandenburg an der Havel bereits erste Produktionen — in einer 30.000-Quadratmeter-Anlage, die früher Präzisionsteile für Druckmaschinen lieferte. Bis zu 200 Mitarbeiter wechseln in den Verteidigungsbereich.

Das Problem: Die Verteidigungssparte steht noch am Anfang. KI-Funktionen existieren ohne Umsatz- oder Margenziel. Die Rüstungsfantasie trägt den Kurs mit — ist in den Analystenschätzungen aber noch gar nicht eingepreist.

Analysten uneins über den fairen Wert

Warburg Research hob sein Kursziel zuletzt auf 1,60 Euro an — kaum Luft nach oben vom aktuellen Kurs. mwb research sieht den fairen Wert bei 2,50 Euro und hält trotz leichter Zielreduktion an der Kaufempfehlung fest. Die Begründung: Die Rüstungsfantasie ist noch nicht bewertet.

Nach dem Konferenzauftritt am Montag folgen zwei weitere Termine: die Hauptversammlung am 23. Juli und die Quartalszahlen für Q1 2026/27 am 19. August. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Marge-Prognose von mindestens sieben Prozent auf Kurs liegt.

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