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Symbolbild, KI-generiert

Heidelberger Druck Aktie: Gefährlicher Spagat

Heidelberg stemmt sich gegen die Insolvenz eines Hardware-Partners und baut parallel eine Drohnenabwehrsparte auf. Die Transformation drückt die Profitabilität und belastet den Aktienkurs erheblich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Partner-Manroland Sheetfed in Insolvenz
  • Neue Rüstungssparte für Drohnenabwehr
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 31% gefallen
  • Jahresbilanz im Juni als nächster Prüfstein

Der Maschinenbauer erfindet sich derzeit in zwei völlig unterschiedlichen Branchen neu. Während im Industriedruck der wichtigste Hardware-Partner in die Insolvenz gerutscht ist, baut das Unternehmen parallel eine neue Rüstungssparte für Drohnenabwehr auf. Diese massive Transformation fordert ihren Tribut und lässt Investoren zunehmend zweifeln.

Alleingang im Verpackungsdruck

Am Hauptstandort Wiesloch-Walldorf hat im April die erste Demomaschine des Cartonmaster CX 145 den Betrieb aufgenommen. Die Inbetriebnahme findet unter erschwerten Bedingungen statt. Der Hardware-Partner Manroland Sheetfed befindet sich seit Anfang März im Schutzschirmverfahren. Heidelberg muss den Vertrieb und die digitale Integration nun eigenständig stemmen. Parallel plant der Konzern für die Messe interpack im Mai eine Weltpremiere im Flexorollen-Druck, um mit deutlich höheren Produktionsgeschwindigkeiten vom steigenden Bedarf an Papierverpackungen zu profitieren.

Rüstung als zweites Standbein

Mitte April präsentiert das Management die technische Roadmap für das Joint Venture ONBERG. Gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems entwickelt Heidelberg am Standort Brandenburg an der Havel skalierbare Drohnenabwehrsysteme. Die Strategie zielt auf den Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland sowie die direkte Verteidigungsunterstützung in der Ukraine ab. Nennenswerte Umsatzbeiträge aus diesem neuen Segment erwartet die Führungsebene allerdings frühestens im zweiten Halbjahr 2026.

Margendruck belastet den Kurs

An der Börse überwiegt die Skepsis gegenüber den hohen Aufbaukosten für diese Zweigleisigkeit. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um 31,08 Prozent ein und notiert aktuell bei lediglich 1,40 Euro. Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Im dritten Quartal sank das bereinigte EBITDA jedoch von 55 auf 50 Millionen Euro. Analysten machen dafür vor allem die teure Transformation sowie eine Schwäche im Auftragseingang des klassischen Kerngeschäfts verantwortlich.

Die Finanzierung des Umbaus ist durch eine bis 2030 verlängerte Kreditlinie vorerst gesichert. Harte Fakten zur operativen Stabilität liefert der 10. Juni 2026. An diesem Tag veröffentlicht das Unternehmen die Jahresbilanz 2025/2026, die belegen muss, ob die Gewinne im Kerngeschäft die laufenden Investitionskosten für die doppelte Neuausrichtung auffangen können.

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