Der Maschinenbauer erfindet sich derzeit in zwei völlig unterschiedlichen Branchen neu. Während im Industriedruck der wichtigste Hardware-Partner in die Insolvenz gerutscht ist, baut das Unternehmen parallel eine neue Rüstungssparte für Drohnenabwehr auf. Diese massive Transformation fordert ihren Tribut und lässt Investoren zunehmend zweifeln.
Alleingang im Verpackungsdruck
Am Hauptstandort Wiesloch-Walldorf hat im April die erste Demomaschine des Cartonmaster CX 145 den Betrieb aufgenommen. Die Inbetriebnahme findet unter erschwerten Bedingungen statt. Der Hardware-Partner Manroland Sheetfed befindet sich seit Anfang März im Schutzschirmverfahren. Heidelberg muss den Vertrieb und die digitale Integration nun eigenständig stemmen. Parallel plant der Konzern für die Messe interpack im Mai eine Weltpremiere im Flexorollen-Druck, um mit deutlich höheren Produktionsgeschwindigkeiten vom steigenden Bedarf an Papierverpackungen zu profitieren.
Rüstung als zweites Standbein
Mitte April präsentiert das Management die technische Roadmap für das Joint Venture ONBERG. Gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems entwickelt Heidelberg am Standort Brandenburg an der Havel skalierbare Drohnenabwehrsysteme. Die Strategie zielt auf den Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland sowie die direkte Verteidigungsunterstützung in der Ukraine ab. Nennenswerte Umsatzbeiträge aus diesem neuen Segment erwartet die Führungsebene allerdings frühestens im zweiten Halbjahr 2026.
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Margendruck belastet den Kurs
An der Börse überwiegt die Skepsis gegenüber den hohen Aufbaukosten für diese Zweigleisigkeit. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um 31,08 Prozent ein und notiert aktuell bei lediglich 1,40 Euro. Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Im dritten Quartal sank das bereinigte EBITDA jedoch von 55 auf 50 Millionen Euro. Analysten machen dafür vor allem die teure Transformation sowie eine Schwäche im Auftragseingang des klassischen Kerngeschäfts verantwortlich.
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