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Heidelberg Materials: CFO kauft 350 Aktien zu 165,70 Euro

Der Baustoffkonzern wächst bei Umsatz und Gewinn, kappt aber die Jahresziele. Der Finanzchef kauft eigene Aktien, während der Kurs nahe dem Jahrestief notiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Finanzchef investiert 58.000 Euro
  • Prognose-Obergrenze um 100 Millionen gesenkt
  • Nachhaltige Produkte erreichen 38,3 Prozent
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief

Kurz nach der gesenkten Jahresprognose hat Finanzvorstand René Aldach zu eigenen Aktien von Heidelberg Materials gegriffen. Der Kauf fällt in eine Woche, in der der Baustoffkonzern trotz wachsender Umsätze und Gewinne mit seiner Guidance für Verstimmung am Markt sorgte.

Wachstum bei Umsatz und Ergebnis, aber engere Prognose

Heidelberg Materials legte am 30. Juli die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Umsatz kletterte um 6,4 Prozent auf 6,04 Milliarden Euro, das operative Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) wuchs um 3,6 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr insgesamt stand ein Gewinn von 738 Millionen Euro, nach 686 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf den ersten Blick liest sich das nach einem soliden Lauf.

Der Wermutstropfen folgte im selben Atemzug: Der Konzern konkretisierte seine Jahresprognose für das RCO auf eine Spanne von 3,4 bis 3,65 Milliarden Euro. Zuvor hatte das obere Ende noch bei bis zu 3,75 Milliarden Euro gelegen. Diese Kappung des oberen Randes kam am Markt schlecht an, obwohl das operative Geschäft im zweiten Quartal zulegte. Anleger blicken offenbar stärker auf das gekürzte Potenzial nach oben als auf das bereits erreichte Wachstum.

CFO greift zum eigenen Papier

Nur einen Handelstag nach der Zahlenvorlage bestätigte Heidelberg Materials über eine Pflichtmitteilung den Erwerb von Aktien durch ein Vorstandsmitglied. Konkret kaufte René Aldach 350 Aktien zu einem Kurs von 165,70 Euro, das entspricht einem Gesamtvolumen von rund 58.000 Euro, abgewickelt über das Lang & Schwarz TradeCenter. Solche Insiderkäufe werden am Markt häufig als Vertrauenssignal gelesen, auch wenn das Volumen im Fall Aldachs eher symbolischen Charakter hat. Bereits im Juni hatte zudem die Spohn Cement Beteiligungen GmbH, das Beteiligungsvehikel von Ludwig Merckle, die Verpfändung von 300.000 Aktien zur Besicherung von Call-Optionen sowie den Verkauf von Put-Optionen mit Fälligkeit im Januar 2027 gemeldet – ein Vorgang, der weniger auf fundamentale Skepsis als auf finanztechnische Strukturierung hindeutet.

Fortschritte bei Nachhaltigkeit und Kostenprogramm

Jenseits der Guidance-Debatte verweist Heidelberg Materials auf strukturelle Fortschritte. Der Anteil nachhaltiger Produkte am Gesamtumsatz stieg im ersten Halbjahr auf 38,3 Prozent, während die spezifischen Netto-CO2-Emissionen mit 510 Kilogramm pro Tonne zementartigem Material stabil blieben. Die 2024 gestartete „Transformation Accelerator Initiative“ hat bis zum Ende des zweiten Quartals kumulierte Einsparungen von 440 Millionen Euro erzielt; das Ziel von 500 Millionen Euro bis Ende 2026 bekräftigte der Konzern. Parallel dazu trieb Heidelberg Materials die Portfolio-Bereinigung voran: Anfang Juli schloss das Unternehmen den vollständigen Verkauf der Bukhtarma Cement Company in Kasachstan ab. Zudem weihte der Konzern am selben Tag offiziell das CO2-Forschungsprojekt „catch4climate“ ein, bei dem auch Vertreter aus Politik und Industrie zugegen waren.

Kurs nahe Jahrestief, Termine im Blick

Der Aktienkurs spiegelt die verhaltene Marktstimmung wider: Zum gestrigen Schlusskurs von 162,95 Euro gab das Papier um 0,73 Prozent nach und bewegt sich damit nur noch 3,46 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Termine: Ende September steht die Teilnahme am SdK Anlegerforum an, Anfang November folgt das Trading Update zum dritten Quartal. Mitte Dezember soll die dritte Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms enden – ein Rückkauf, der angesichts der jüngsten Kursschwäche für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen dürfte.

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Diskussion zu Heidelberg Materials

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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