Die US-Bank JPMorgan sieht für Heidelberg Materials trotz des schwachen Branchenumfelds deutliches Erholungspotenzial. Am Dienstag bestätigten die Analysten ihre Einstufung für den Baustoffhersteller mit „Overweight“ und bezifferten das Kursziel auf 225 Euro.
Nach Einschätzung des Analysehauses erweisen sich die globalen Absatzvolumina als relativ robust. Zudem dürften anstehende Preiserhöhungen dazu beitragen, den Kostendruck durch die Energiepreisinflation abzufedern.
Die Zuversicht der Experten trifft auf ein ernüchterndes Stimmungsbild am Kapitalmarkt. Der Schlusskurs der Aktie lag am Freitag bei 144,15 Euro, womit sich das Minus seit Jahresanfang auf 36 Prozent summiert. Die Notierung bewegt sich damit in unmittelbarer Nähe des gestern markierten 52-Wochen-Tiefs von 143,60 Euro.
Anpassung der Jahresprognose im Sommer
Bereits am 30. Juli hatte der Vorstand die Zielvorgaben für das laufende Geschäftsjahr nachjustiert. Die Spanne für das Ergebnis aus laufendem Geschäftsbetrieb (RCO) wurde am oberen Ende von zuvor 3,75 Milliarden Euro auf 3,65 Milliarden Euro gesenkt. Das Management bekräftigte dennoch die Zuversicht, diese angepassten Ziele trotz der anhaltenden Belastungen im Marktumfeld zu erreichen.
Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf interne Effizienzprogramme, um die Profitabilität abzusichern. Im Rahmen der Initiative Transformation Accelerator treibt Heidelberg Materials Kostensenkungen voran, nachdem das operative Ergebnis im ersten Quartal auf 163 Millionen Euro zurückgegangen war.
Portfolioausbau in Wachstumsregionen
Strategisch setzt der Konzern seinen Expansionskurs im Ausland fort. Am 8. September meldete Heidelberg Materials den Erwerb einer 70-prozentigen Mehrheitsbeteiligung am peruanischen Zementhersteller Cementos Inka, der eine Jahreskapazität von 1,3 Millionen Tonnen aufweist. Der Abschluss dieser Transaktion soll bis Oktober erfolgen.
Die Transaktion in Südamerika reiht sich in eine Serie gezielter Zukäufe ein. Im Februar schloss der Konzern einen Vertrag über den Erwerb des Baustoffgeschäfts der australischen Maas Group für einen Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro ab. Im April folgte die Aufstockung des Anteils am türkischen Baustoffproduzenten Akçansa von zuvor 39,72 Prozent auf 79,44 Prozent.
Anstehende Termine für Investoren
Neue Impulse für die Aktie könnten die kommenden Unternehmensauftritte liefern. Am 28. September nimmt das Unternehmen am SdK Anlegerforum teil. Aufschluss über die tatsächliche Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahresviertel gibt schließlich die für den 4. November terminierte Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate.
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