Ein Krankenhausbetreiber mit Rekordumsätzen im Quartal – und trotzdown eine gesenkte Jahresprognose. Bei HCA Healthcare zeigt sich gerade, wie stark der Verlust von Versicherungsschutz bei US-Patienten auf die Bilanz durchschlägt. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem deutlichen Kursrutsch von rund 7 Prozent.
Vorläufige Zahlen übertreffen Vorjahr
Für das zweite Quartal rechnet HCA mit einem Umsatz von rund 20,23 Milliarden Dollar, ein spürbares Plus gegenüber 18,61 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn soll auf etwa 1,70 Milliarden Dollar steigen, das entspricht 7,62 Dollar je Aktie nach 6,83 Dollar ein Jahr zuvor. Auch operativ läuft es: Die Notaufnahmebesuche in bestehenden Einrichtungen legten um 3,6 Prozent zu, die Aufnahmen um 2,5 Prozent.
Schwächer entwickelten sich dagegen die chirurgischen Eingriffe. Stationäre Operationen fielen um 2,3 Prozent, ambulante um 3,4 Prozent – ein Trend, den das Management auf eine Verschiebung im Leistungsmix zurückführt.
Versicherungslücke reißt Loch in die Jahresprognose
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt jedoch woanders. HCA registrierte einen Anstieg unversicherter Patienten, weil viele den Schutz über staatliche und bundesweite Versicherungsbörsen verloren haben. Dieser Effekt kostete das Unternehmen im zweiten Quartal rund 400 Millionen Dollar vor Steuern.
Für das Gesamtjahr revidiert HCA die erwartete Belastung deutlich nach oben: Statt der bisher veranschlagten 600 bis 900 Millionen Dollar rechnet der Konzern nun mit 1,0 bis 1,2 Milliarden Dollar. Entsprechend fällt die Jahresprognose insgesamt vorsichtiger aus. Der Umsatz soll 2026 zwischen 77,0 und 79,5 Milliarden Dollar liegen, der Nettogewinn zwischen 6,3 und 6,7 Milliarden Dollar – beides unterhalb der zuvor kommunizierten Bandbreiten. Das Ergebnis je Aktie sieht HCA nun bei 28,70 bis 30,50 Dollar statt zuvor bei bis zu 31,50 Dollar.
Einen Teil der Belastung fängt Florida auf: Aus dem dortigen Medicaid-Zusatzzahlungsprogramm floss im Quartal ein Nettovorteil von rund 400 Millionen Dollar in die Bücher, rückwirkend für den Zeitraum seit Oktober 2024.
Analysten uneins über Kursziel
Barclays reagierte auf die Unsicherheiten bei Patientenvolumen, Zahlerstruktur und möglichen Medicaid-Kürzungen mit einer Abstufung auf „Equalweight“ und einem Kursziel von 427 Dollar. Cantor Fitzgerald bleibt bei „Overweight“, senkte das Kursziel jedoch auf 528 Dollar von zuvor 588 Dollar und verweist auf ein schwierigeres Umfeld für Krankenhausbetreiber im weiteren Jahresverlauf und in 2027.
Endgültige Klarheit über das Ausmaß der Belastung dürfte die Telefonkonferenz zum zweiten Quartal bringen, die für den 24. Juli 2026 angesetzt ist. Bis dahin bleiben die vorläufigen Zahlen die einzige verfügbare Momentaufnahme.
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