Hapag-Lloyd greift zu: Die Hamburger Reederei übernimmt den israelischen Konkurrenten ZIM Integrated Shipping Services für rund 4,2 Milliarden Dollar in bar. Pro Aktie zahlt Hapag-Lloyd 35,00 Dollar. Die Vereinbarung wurde am Montag in Tel Aviv unterzeichnet, wie CEO Rolf Habben Jansen bekannt gab.
Mit der Transaktion steigt Hapag-Lloyd zur Nummer fünf unter den globalen Containerreedereien auf. ZIM rangiert derzeit auf Platz zehn der weltweiten Branchenführer und betreibt eine eigene Flotte von Containerschiffen. Die Fusion verspricht Synergien bei Routen, Kapazitäten und Kostenstrukturen.
Anleger reagieren skeptisch
An der Börse stößt der Mega-Deal allerdings auf Zurückhaltung. Im nachbörslichen Tradegate-Handel sackte die Hapag-Lloyd-Aktie zeitweise um 5,33 Prozent auf 113,60 Euro ab. Eine Analystin von JPMorgan wertete die Übernahme als Signal, dass in der Branche Größe und Marktanteile schwerer wiegen als Wertschaffung für Aktionäre.
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Die Skepsis kommt nicht von ungefähr: Hapag-Lloyd kämpft mit gesunkenen Frachtraten. Der operative Gewinn (Ebit) lag 2025 vorläufig bei nur noch einer Milliarde Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2,6 Milliarden Euro in den beiden Vorjahren. Allerdings verfügt die Reederei über ein solides Eigenkapital, aufgebaut in den Boom-Jahren der Corona-Pandemie. 2022 erreichte der operative Gewinn mit mehr als 17 Milliarden Euro einen historischen Höhepunkt.
Politische Hürden voraus
Bis der Deal in trockenen Tüchern ist, müssen noch mehrere Genehmigungen eingeholt werden. Besonders brisant: Die Zustimmung des Staates Israel ist erforderlich. Unter den Großaktionären von Hapag-Lloyd befinden sich Katar mit 12,3 Prozent und Saudi-Arabien mit 10,2 Prozent – eine Konstellation, die in Tel Aviv für Diskussionen sorgen dürfte.
Habben Jansen zeigte sich dennoch optimistisch: Er hoffe, die Transaktion bis Ende 2026 abschließen zu können. Für die Kunden verspricht Hapag-Lloyd ein erweitertes Serviceangebot durch das kombinierte Netzwerk beider Reedereien.
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