Ein Immobilienkonzern, der im Halbjahr rote Zahlen schreibt, aber am Jahresausblick festhält — genau das liefert Hamborner REIT mit den heute veröffentlichten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026. Wer genauer hinschaut, findet den Grund für den Verlust nicht im operativen Geschäft, sondern in der Bilanzierung.
Abschreibungen drücken das Ergebnis
Die Erlöse aus Mieten und Pachten sanken im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent auf 45,1 Millionen Euro. Der Rückgang geht vor allem auf Immobilienverkäufe der vergangenen Quartale zurück — auf vergleichbarer Basis, also ohne die verkauften Objekte, wuchsen die Mieterlöse sogar um 1,7 Prozent. Die operative Kennziffer FFO fiel um 4,4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro, belastet durch höhere Kosten bei Instandhaltung, Verwaltung und Finanzierung.
Unterm Strich steht ein Verlust von 13,7 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 6,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich dafür sind in erster Linie deutlich gestiegene Abschreibungen und Wertanpassungen auf das Immobilienportfolio — keine operative Schwäche im engeren Sinne. Der Nettovermögenswert je Aktie sank entsprechend auf 8,72 Euro, ein Rückgang von 3,9 Prozent seit Jahresbeginn.
Die Verschuldungsquote (Loan-to-Value) kletterte im gleichen Zeitraum leicht auf 45,2 Prozent, nach 44,3 Prozent zum Jahresende 2025. Grund dafür waren die im zweiten Quartal ausgezahlte Dividende sowie punktuelle Wertkorrekturen im Portfolio. Die Eigenkapitalquote bleibt mit 53,9 Prozent dennoch auf einem soliden Niveau.
Portfolioumbau läuft weiter
Operativ zeigt sich das Geschäft robust: Neue Mietverträge über rund 23.700 Quadratmeter wurden seit Jahresbeginn abgeschlossen, fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Verbleibquote der Mieter liegt bei 88 Prozent, die Leerstandsquote stieg nur leicht auf 4,1 Prozent.
Im Rahmen der im Februar angekündigten strategischen Neuausrichtung hat Hamborner den Verkauf einer Büroimmobilie in Neu-Isenburg für 13,5 Millionen Euro unter Dach und Fach gebracht. Der Besitzübergang soll im dritten Quartal erfolgen, die freiwerdenden Mittel will das Unternehmen in Nahversorgungsimmobilien und Baumärkte reinvestieren — Segmente, die als besonders krisenresistent gelten.
Trotz des Verlustausweises bestätigt der Vorstand die Jahresprognose: Für 2026 erwartet Hamborner Mieterlöse zwischen 87,5 und 89,5 Millionen Euro sowie einen FFO zwischen 38 und 42 Millionen Euro. Die im Juni beschlossene Dividende von 0,39 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 bleibt davon unberührt — sie ist bereits ausgezahlt. Ob der Portfolioumbau die schwächere NAV-Entwicklung im zweiten Halbjahr auffangen kann, dürfte sich an den weiteren Verkaufserlösen und der Reinvestitionsgeschwindigkeit zeigen.
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