Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs von Green Bridge Metals mehr als verdoppelt — und trotzdem notiert die Aktie rund 40 Prozent unter ihrem Februar-Hoch. Was wie ein Widerspruch wirkt, erklärt sich durch das, was Anleger gerade abwarten: ausstehende Laborergebnisse aus dem Titac-South-Bohrprogramm, die den nächsten entscheidenden Impuls liefern könnten.
Titac South: Warten auf die Assay-Daten
Bis Ende Januar 2026 hat das Unternehmen drei Diamantbohrlöcher mit insgesamt 1.196 Metern Gesamttiefe abgeteuft. Die geologische Erstauswertung zeigte visuell identifizierbare Sulfidmineralisierungen über weite Intervalle — darunter Chalkopyrit in disseminierter Form und in Adern. Konkrete Gehalte will Green Bridge erst nach Eingang und Prüfung der zertifizierten Labordaten veröffentlichen.
Die bestehende abgeleitete Ressource bei Titac South umfasst rund 46,6 Millionen Tonnen mit einem TiO₂-Gehalt von 15 Prozent. Das Ziel der jüngsten Bohrungen war es, mögliche Kupfermineralisierungen in Verbindung mit dieser Titanressource zu untersuchen. Fallen die Ergebnisse positiv aus, dürfte das die Kursphantasie erheblich befeuern.
Serpentine: Genehmigungen für H2-Bohrprogramm
Parallel läuft die Vorbereitung für das Serpentine-Kupfer-Nickel-Projekt in Minnesota. Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist ein Phase-1-Bohrprogramm mit sechs bis zehn Kernbohrlöchern und rund 2.000 bis 2.500 Metern Gesamtlänge geplant. Aktuell arbeitet Green Bridge mit dem Minnesota Department of Natural Resources an den Genehmigungen für sechs neue Bohrstandorte.
Die abgeleitete Mineralressource bei Serpentine beläuft sich auf rund 279,9 Millionen Tonnen mit 0,37 Prozent Kupfer und 0,12 Prozent Nickel. Das Management peilt eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung innerhalb der nächsten 18 Monate an. Geplant ist außerdem ein systematisches Multi-Element-Assaying, das auch Platinmetalle und Kobalt erfassen soll — Elemente, die in der aktuellen Ressourcenschätzung noch nicht berücksichtigt sind.
Compliance-Vorfall trübt das Bild
Ende April musste das Unternehmen eine unschöne Korrektur vornehmen. Nach einer Überprüfung durch die British Columbia Securities Commission zog Green Bridge eine Landingpage eines Investor-Relations-Dienstleisters zurück und beendete das zugehörige IR-Programm. Die Seite enthielt wirtschaftliche Bewertungen der Serpentine-Ressource sowie Vergleiche mit Nachbarprojekten — ohne die nach National Instrument 43-101 vorgeschriebenen Qualifikationen und Haftungsausschlüsse. Kein qualifizierter Fachmann hatte den Inhalt geprüft.
Alle betroffenen Aussagen wurden formal zurückgezogen. Technische Veröffentlichungen verantwortet nun Qualified Person Ajeet Millard. Der Vorfall hinterlässt eine Compliance-Note, die Investoren im Blick behalten werden.
Makro und Kursbild
Der Kupferpreis hält sich über 5,95 US-Dollar je Pfund, gestützt durch Angebotsengpässe und eine besser als erwartete chinesische Industrieproduktion im April. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Durchschnittspreisprognose bei rund 12.100 US-Dollar je Tonne. Goldman Sachs hält einen US-Kupferzoll von mindestens 25 Prozent für wahrscheinlich — eine Entscheidung, die der US-Handelsminister bis Juni empfehlen soll und die Stimmung rund um US-fokussierte Kupferexplorer direkt beeinflussen würde.
Die Aktie schloss zuletzt bei 0,13 Euro, rund vier Prozent schwächer als am Vortag. Mit einem RSI von 36,7 nähert sich der Titel technisch der überverkauften Zone. Ob die anstehenden Titac-Assays den Kurs aus dieser Schwächephase herausreißen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen — die Laborergebnisse sind der einzige konkrete Kurstreiber, der derzeit auf dem Kalender steht.
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